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Debatte über Hochwasser : Mit dem Klimawandel leben

Der Himmel über Frankfurt Bild: dpa

Der Katastrophenschutz kann nur Baustein einer umfassenden Strategie sein. Dahinter stehen Fragen der Art des Bauens und Zusammenlebens generell.

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          Der Klimawandel lässt keinen Staat kalt. Die wichtigsten Industrieländer ziehen durchaus auf vielen Feldern an einem Strang. Aber es ist keineswegs so, wie sich gerade wieder gezeigt hat, dass es von allen als das überragende Ziel angesehen wird, die Erderwärmung noch schneller zu verlangsamen oder den Kohleausstieg zügiger voranzutreiben – ungeachtet von Katastrophen wie jetzt im Westen Deutschlands. Was in Teilen Nordrhein-Westfalens und von Rheinland-Pfalz über Generationen im Gedächtnis bleiben wird, taugt nicht automatisch zu einem Beschleuniger auch nur einer bestimmten deutschen Klimapolitik.

          Die Lage ist komplex, die Interessen sind es auch. Der Katastrophenschutz, über den nach einem tödlichen Unwetter selbstverständlich intensiv geredet werden muss, kann nur ein Baustein einer umfassenden Strategie sein. Dahinter stehen Fragen der Kommunikation, der Art des Bauens und Zusammenlebens generell. Wenn mit bestimmten Phänomenen häufiger zu rechnen ist, gleich ob sie mehr oder weniger unsere Handschrift tragen, dann muss langfristig so geplant und gestaltet werden, dass wir passabel mit diesem Wandel leben können.

          Das muss nicht zwingend mit Wohlstandsverlusten einhergehen, wenn man unter Wohlstand die Kunst, gut zu (über)leben, versteht. Es kann nur nicht überall ein „Weiter so“ geben. Aber auch das ist nichts Neues. Die Kunst ist es, damit zu überzeugen und Mehrheiten zu gewinnen.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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