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Mehr Lehre in Präsenz : Hochschulverband fordert mehr Vorbereitung auf Wintersemester

Leerer Hörsaal in Köln (Symbolbild) Bild: dpa

Gezielte Impfangebote für Studenten und Hochschullehrer: Der Hochschulverband in NRW wünscht sich ein klares Signal für Präsenzlehre – auf gut Glück würden sich Studenten sonst keine Wohnung suchen.

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          Der Landesverband Nordrhein-Westfalen im Deutschen Hochschulverband (DHV) hat die Landesregierung und die Verantwortlichen in den Hochschulen aufgefordert, die Vorbereitungen auf eine mögliche Öffnung der Universitäten für das kommende Wintersemester energisch voranzutreiben. „Natürlich wissen wir nicht, wie sich die Pandemie entwickelt“, sagte der Vorsitzende und Kölner Rechtswissenschaftler Christian von Coelln.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Wer die Hochschulen öffnen wolle, dürfe aber jetzt nicht abwarten und die Öffnung dann unter Hinweis auf fehlende Voraussetzungen unterlassen. „Kein Studierender mietet auf gut Glück eine Wohnung am Studienstandort, wenn sich die Hochschulen nicht erkennbar auf Präsenz vorbereiten und entsprechende Signale geben“, so der Landesverband.

          Kleinere Veranstaltungen für die Lehre mit Abstand

          Den Schlüssel für weitere Öffnungsschritte sieht der DHV vor allem in gezielten Impfangeboten für Hochschullehrer und Studenten. Mit Hilfe von Impfmobilen und der Errichtung von Impfstraßen auf dem Campus könne die Immunisierung beschleunigt werden. Parallel dazu sollte das Land die Installation von Lüftungsgeräten in Hörsälen und Seminargebäuden sowie tägliche kostenlose Testungsmöglichkeiten in den Hochschulen, sowie Kontrollen von Impfausweisen finanziell ermöglichen. Mit hoher Impfquote und fortlaufenden Testungen könnten sich dann auch bislang vorgeschriebene Abstandsgebote an Hochschulen alsbald erübrigen. Wo immer möglich, sollte zudem eine stärkere Gruppenaufteilung der Studenten auf kleinere Veranstaltungen erfolgen.

          Dazu sollten Vorlesungszeiten auch auf den frühen Morgen und die Abendstunden gelegt sowie Labor- und Bibliotheksöffnungszeiten neu organisiert werden. Die Hochschullehrer wollten die Studenten, „die ihre Alma Mater oftmals noch nicht einmal von innen gesehen haben, nicht länger vertrösten. Ihre Interessen haben bei der bisherigen Bekämpfung der Covid-19-Pandemie leider keine maßgebliche Rolle gespielt“, fügte von Coelln hinzu. Hochschulbildung setze aber persönliche Begegnung voraus, die auf Dauer nicht durch virtuelle Treffen ersetzt werden könne.

          Auch die Hochschulrektorenkonferenz hatte an Studenten und Mitarbeiter an Hochschulen appelliert, die Impfangebote an ihren Heimat- oder Studienorten unbedingt wahrzunehmen, „damit wir die Hochschulen wieder zu Lern- und Diskussionsorten machen können, wo wissenschaftlicher Diskurs und soziale Begegnung Hand in Hand gehen“.

          Derzeit richten sich die Hochschulen auf unterschiedliche Szenarien ein, die sich weitgehend an der 3G-Regel – geimpft, getestet, genesen – orientieren. Übungen und Seminare könnten mit Maske und unter Einhaltung der Abstands- und Lüftungsregeln in Präsenz, größere Vorlesungen eher digital durchgeführt werden. Hybride Formate sollten angeboten werden, sofern das didaktisch sinnvoll, technisch möglich und finanzierbar sei.

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