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Hochrechnungen in Bayern : Historische Verluste für CSU und SPD

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Eine genaue Analyse des Ergebnisses hat auch die stellvertretende bayerische Ministerpräsidentin Ilse Aigner gefordert. „Wir können mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein“, sagte Aigner am Sonntagabend im ZDF.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht von einem „bitteren“ Ergebnis für die Schwesterpartei in Bayern. Die CDU wolle sich nun voll auf die Hessenwahl in zwei Wochen konzentrieren. Dafür mahnt Kramp-Karrenbauer an, keine Personaldebatte etwa auf Bundesebene zu führen.

SPD-Generalsekretär: Bittere Niederlage

SPD-Chefin Andrea Nahles kündigt eine sorgfältige Analyse des schlechten Wahlergebnisses „auf allen Ebenen“ an. Die „schlechte Performance“ der großen Koalition sei einer der Gründe für den Absturz ihrer Partei. „Fest steht, es muss sich etwas ändern“, sagt Nahles.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat das Ergebnis seiner Partei ebenfalls als „bittere Niederlage“ bezeichnet. Das Ergebnis müsse nun sehr sorgfältig angeschaut werden, sagt Klingbeil am Sonntagabend im ZDF. Die Wahl in Bayern sei auch ein „klares Signal“ an die große Koalition in Berlin.

Die SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen spricht von einer schwierigen Zeit für ihre Partei. „Das wird ein langer, harter Weg, uns da wieder herauszuarbeiten“, sagt sie am Sonntagabend in München. Sie habe gespürt, dass viele Menschen „unglaubliche Skepsis“ zur Sozialdemokratie hätten. Es gehe nun darum, den Glauben an die Sozialdemokratie wieder herzustellen. Das gehe nur mit einer ganz klaren Haltung. „Wir dürfen nie wieder halbe Wege gehen, sondern nur ganze.“ Man werde in den kommenden Tagen im Landesvorstand über alles reden, sagt sie. „Und ich meine über alles.“

Freude bei den Grünen und der AfD

AfD-Chef Alexander Gauland hat sich hingegen zufrieden mit dem Wahlergebnis seiner Partei in Bayern gezeigt. Mit den Freien Wählern gebe es aber in Bayern eine starke konservative Konkurrenz, macht Gauland am Sonntagabend mit Blick auf die ARD-Prognose deutlich. Er betont zugleich den Anspruch seiner Partei, mittel- bis langfristig zu regieren. Dazu müsse man aber noch zulegen. Auch der bayerische AfD-Vorsitzende Martin Sichert zeigt sich zufrieden. „Die Prognose ist eine gute Basis; mal schauen, was noch kommt. Sie ist eine gute Basis für die Arbeit im Parlament“, sagt Sichert in München. Bei Landtagswahlen habe seine Partei immer etwas schlechter abgeschnitten als bei der Bundestagswahl.

Grünen-Chef Robert Habeck freut sich über das starke Abschneiden der Grünen in Bayern und wertet das Ergebnis als „Veränderungsauftrag“. Viele Menschen fühlten sich durch die Politik in Bayern und der Sprache nicht mehr
repräsentiert, die nicht mehr alle mitnehmen wolle, sagt er im ZDF. Der Veränderungsauftrag müsse nun im Laufe des Abends und darüber hinaus in Gesprächen mit den anderen Parteien ausgelotet werden. „Natürlich wollen wir Verantwortung für dieses schöne Land übernehmen“, sagt die Grünen-Spitzenkandidaten Katharina Schulze über das Ergebnis.

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