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Ranghoher Nationalsozialist : Tochter von Heinrich Himmler arbeitete für den BND

  • Aktualisiert am

März 1938: Heinrich Himmler mit seiner Tochter Gudrun Bild: AP

Heinrich Himmler gilt als der zweite Mann nach Adolf Hitler bei den Nationalsozialisten. Das nationalsozialistische Gedankengut gab er an seine Tochter weiter. Für den Bundesnachrichtendienst war das offenbar kein Hindernis.

          Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge hat die Tochter des Nazi-Führers Heinrich Himmler in den sechziger Jahren für den Bundesnachrichtendienst (BND) gearbeitet. Sie sei für wenige Jahre bis 1963 unter einem anderen Namen Mitarbeiterin des BND gewesen, sagte der BND-Chefhistoriker Bodo Hechelhammer der „Bild“-Zeitung. „Der Zeitpunkt ihres Ausscheidens fällt mit dem einsetzenden Wandel im Verständnis und im Umgang mit NS-belasteten Mitarbeitern zusammen“, sagte er.

          Dem Bericht zufolge soll Gudrun Burwitz von Ende 1961 bis zum Herbst 1963 beim BND in Pullach als Sekretärin angestellt gewesen sein. Sie sei bis ins hohe Alter in rechtsextremen Kreisen aktiv gewesen und habe an Nazi-Aufmärschen teilgenommen. Von ihrem Vater und seinen Verbrechen distanzierte sie sich demnach nie.

          Wie die „Bild“-Zeitung weiter berichtet, soll Burwitz im Alter von 88 Jahren verstorben sein. Ihr Tod sei vom Einwohnermeldeamt München bereits schriftlich bestätigt worden, schreibt die Zeitung.

          Organisator des Holocausts

          Der Reichsführer SS, so Heinrich Himmlers offizieller Titel, gilt unter Historikern im Machtgefüge der Nationalsozialisten als zweiter Mann hinter Adolf Hitler. Himmler war Organisator der Konzentrationslager, einer der Hauptverantwortlichen des deutschen Vernichtungsfeldzuges in Osteuropa und des Massenmords an den europäischen Juden. Er nahm sich kurz nach seiner Festnahme in alliierter Gefangenschaft das Leben.

          Der BND ist der einzige Auslandsnachrichtendienst in Deutschland. In der Vergangenheit wurden immer wieder Fälle von ehemaligen BND-Mitarbeitern öffentlich, die eine Vergangenheit im Nationalsozialismus hatten. Vor einigen Jahren hat der Nachrichtendienst daher die Forschungs- und Arbeitsgruppe „Geschichte des BND“ eingesetzt, welche die Entstehung- und Frühgeschichte des Nachrichtendienstes intern aufarbeiten soll.

          Zudem ist seit 2011 die Unabhängige Historikerkommission (UHK) in die geschichtliche Aufarbeitung involviert. Der Fokus des externen Gremiums liegt auf den Vorläuferorganisationen des BND sowie seiner Mitarbeiterschaft zwischen 1945 und 1968. Dem Gremium gehören vier Historiker an.

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