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Hilfe für Jesidinnen : Traumatisierte Opfer des IS

Aus den Fängen des IS gerettet: Die Jesidin Salwa Rasho (l-r), Theresa Schopper (Grüne), Staatsministerin in Baden-Württemberg, und Florian Junne, Leitender Oberarzt der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen, Bild: dpa

Baden-Württemberg hat rund 1000 vom IS verschleppte und vergewaltigte Jesidinnen und ihre Kinder aufgenommen. Die psychotherapeutische Betreuung der traumatisierten Frauen durfte nicht zu früh beginnen.

          3 Min.

          Die 21 Jahre alte Jesidin Salwa Rasho war acht Monate die Gefangene des „Islamischen Staats“. „Ich habe Familie, Verwandte, Freunde und alle meine Träume durch das verloren, was ich erlebt habe. Das kann ich nicht beschreiben. Mittlerweile habe ich ein paar neue Träume.“ 2017 kam die junge Frau mit dem Sonderkontingent für jesidische Frauen nach Baden-Württemberg. Heute spricht sie gut Deutsch, wird demnächst ihren Hauptschulabschluss machen und will einen sozialen Beruf ergreifen.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Am 3. August 2014 verübten Terroristen des „Islamischen Staats“ in der nordirakischen Stadt Sindschar einen Genozid: Etwa 7000 jesidische Frauen und 5000 Männer wurden getötet. Die IS-Kämpfer vergewaltigten, versklavten, verkauften mehr als 6400 Jesidinnen. Viele jesidische Frauen zwangen sie, zum Islam zu konvertieren. Ende 2015 beschloss die damalige grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg dann, mit einem Sonderkontingent etwa 600 dieser misshandelten Frauen und 400 Kinder nach Deutschland zu holen. Bislang gab die Regierung für das einmalige humanitäre Vorhaben 95 Millionen Euro aus, davon erhielten die Landkreis etwa die Hälfte, weil sie die Frauen versorgt haben.

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