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Volker Bouffier : Hessens Ministerpräsident zurück im Volk

Volker Bouffier mit seiner Frau Ursula im Staatstheater Bild: dpa

Nach einer Krebsbehandlung präsentiert sich der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier gut gelaunt im Wiesbadener Staatstheater. Sein Kabinett ist jetzt gut hundert Tage im Amt.

          Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat sich nach einer mehrwöchigen Krebsbehandlung erstmals wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Am Dienstagabend erschien er zur Eröffnung der Internationalen Maifestspiele in Wiesbaden. Aufgeführt wurde die Oper „Idomeneo“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie handelt vom König Kretas, der nach dem trojanischen Krieg zu seinem Volk zurückkehrt.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Der Unionspolitiker hatte sich Mitte Februar wegen eines unklaren Befundes an der Nase einem Eingriff unterzogen. Bei der feingeweblichen Untersuchung wurde Hautkrebs festgestellt. Bouffier erhielt daraufhin eine Strahlen- und Chemotherapie. Seine Amtsgeschäfte setzte er teilweise fort, manche Plenarsitzung ließ er jedoch ausfallen.

          Bouffier, dem der stellvertretende Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) im März „die Konstitution eines Ackergauls“ attestierte, verbrachte die zweite Aprilhälfte in einer Reha-Klinik in Süddeutschland. Am Montag kehrte der Siebenundsechzigjährige an seinen Schreibtisch zurück. „Ich habe mich gut erholt“, verkündete er in einem von der Staatskanzlei verbreiteten Video.

          Am Dienstagmittag nahm Bouffier an einer Klausurtagung der hessischen CDU-Fraktion in Wetzlar teil und nannte es „ein wunderschönes Gefühl, jetzt wieder in die Arbeit voll einsteigen zu können“. Bouffier zeigte sich zuversichtlich, dass seine Gesundheit stabil bleibe.

          „Für eine Gesellschaft ist die Kultur das, was das Gedächtnis für den Einzelnen ist“, sagte Bouffier am Abend. „Sie hilft, die Vergangenheit zu verstehen und kann uns gleichzeitig Kompass für unser gegenwärtiges und unser zukünftiges Leben sein.“ Dabei sei die Kultur auch immer ein Spiegel der Gesellschaft, die politische und gesellschaftliche Fragen und Entwicklungen auf die Bühnen trage und den Blick dafür schärfe.

          Die halbe Stunde zwischen der offiziellen Eröffnungszeremonie und dem Beginn der Aufführung verbrachten Bouffier und seine Frau Ursula, in bester Laune mit dem Publikum plaudernd, im spätbarocken Foyer des Staatstheaters. „Man sieht Ihnen gar nichts an“,  schmeichelte eine Dame aus der Wiesbadener Hautevolee. Tatsächlich hat der großgewachsene und breitschultrige Bouffier offensichtlich einige Kilo verloren.

          Bevor seine Erkrankung festgestellt wurde, hatte Bouffier das zweite schwarz-grüne Kabinett gebildet. Es ist jetzt gut hundert Tage im Amt. Die Mehrheit im Landtag beruht auf einer Stimme. Eine vom Hessischen Rundfunk in Auftrag gegebene Umfrage des Instituts dimap ergab gerade, dass die Stimmung der Bevölkerung sich seit der Landtagswahl kaum verändert hat. Die CDU verharrt bei 27 Prozent. Aber zwei Drittel der Hessen sind der Meinung, dass ihr Ministerpräsident bis zum Ende der Wahlperiode im Amt bleiben soll.

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