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Hessen und Thüringen : Werteunion-Landeschefs sollen Verbindungen zu AfD-nahen Vereinen haben

  • Aktualisiert am

Anhänger der Werteunion gedenken vergangenen Sommer dem Bau der Berliner Mauer vor 58 Jahren. Bild: dpa

Zwei Landesvorsitzende der Werteunion sollen schon seit Jahren Beziehungen zu umstrittenen Organisationen gehabt haben. Die Spitze des Vereins will sich am Wochenende mit den Vorwürfen befassen.

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          Zwei Landeschefs der Werteunion hatten nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ Beziehungen zu umstrittenen Organisationen. Der eine zu einem AfD-nahen Unterstützerverein, der andere zu einem neurechten Förderverein.

          Sebastian Reischmann, Landesvorsitzender der Werteunion in Hessen, ist demnach gut bekannt mit David Bendels, dessen „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten e. V.“ über Jahre teure Werbekampagnen für die AfD machte. Bei einer Bootstour von Bendels’ Verein 2016 war Reischmann nach Informationen des „Spiegel“ dabei. Auch reiste er im Januar 2017 gemeinsam mit Bendels und einem heutigen AfD-Politiker nach Berlin zum Jahresempfang der „Jungen Freiheit“, einer rechten Wochenzeitung. Auf Anfrage des „Spiegel“ erklärte Reischmann, er kenne die beiden aus deren Zeiten in der Jungen Union und der Mittelstands- und Wirtschaftsunion.

          „Mit Herrn Bendels bin ich bis heute privat befreundet“, zitiert ihn das Magazin weiter. Zu dem heutigen AfD-Mann habe er seit kurz nach dessen „Austritt aus der CDU keinen Kontakt mehr“. Mit dem AfD-nahen Verein stehe er weder finanziell noch politisch in Verbindung. Demokratie lebe vom Dialog und nicht von Ausgrenzung, deswegen treffe er sich auch mit anderen Politikern und parteilosen Politikinteressierten, „ohne deshalb gleich mit ihnen einer Meinung zu sein“.

          Christian Sitter, Landesvorsitzender der Werteunion in Thüringen, soll nach „Spiegel“-Information schon früh Verbindungen in die rechte Szene gehabt haben. Demnach war er von 2010 bis 2015 Fördermitglied des Vereins, der das neurechte Magazin „Blaue Narzisse“ finanziert. Auf Anfrage teilte Sitter dem „Spiegel“ über den Pressesprecher der Werteunion mit, dass er 2015 sofort ausgetreten sei, nachdem er gelesen habe, „dass der Vereinsvorsitzende sich bei Pegida Dresden engagiert“. Der Pressesprecher äußerte sich auf Anfrage nicht dazu, ob die Verbindungen von Reischmann und Sitter einen Konflikt mit den Grundsätzen der Werteunion darstellen.

          Mitsch: „Keine Zusammenarbeit mit der AfD“

          Die Spitze der Werteunion will sich am Samstag mit den Berichten beschäftigen. Das Thema werde auf der Sitzung des Bundesvorstands besprochen, kündigte Werteunion-Chef Alexander Mitsch am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an. „Für uns gibt es keine Zusammenarbeit mit der AfD oder der Linkspartei“, sagte er.

          Unterdessen hat der Sprecher der Werteunion Ralf Höcker alle politischen Ämter niedergelegt. Auf Facebook begründete er diesen Schritt am Donnerstag mit Drohungen und Anfeindungen gegen ihn. Ihm sei „auf denkbar krasse Weise“ klar gemacht geworden, „dass ich mein politisches Engagement sofort beenden muss, wenn ich keine ,Konsequenzen' befürchten will“, schrieb Höcker. Die Ansage sei „glaubhaft und unmissverständlich“ gewesen, fügte er hinzu. „Ich beuge mich dem Druck und lege mit sofortiger Wirkung alle meine politischen Ämter nieder und erkläre den Austritt aus sämtlichen politischen Organisationen.“ Höcker erklärte weiter, er werde schon seit längerem bedroht und angefeindet. Auch anonyme Morddrohungen habe er erhalten. „Wir sind das Ziel einer konzertierten Verleumdungs- und Beleidigungsaktion“, schrieb Höcker. Als Anwalt habe er zwar „ein dickes Fell“, was er jedoch „heute erlebt habe, toppt alles“.

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