https://www.faz.net/-gpf-121j0

Hessen : Sozial ist zu abstrakt

Banzer: „Es ist für mich das Haus, in dem Gesellschaftspolitik gemacht wird.” Bild: dpa

Obwohl „Soziales“ in Zeiten wie diesen sehr aktuell ist, verzichtet Hessen als bisher einziges Bundesland auf ein Sozialministerium - es wurde umbenannt in „Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit“. Zur Begründung heißt es: „Sozialministerium klingt abstrakt, theoretisch und nach Metaebene.“

          Die von Angela Merkel geführte CDU darf von den hessischen Parteifreunden lernen. Seit der Bildung ihrer Regierung mit der FDP kann die hessische CDU Roland Kochs auch durch Taten bezeugen, dass sich die Partei nicht sozialdemokratisieren lässt.

          Thomas Holl

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online.

          Als bisher einziges Bundesland hat Hessen das Wort Soziales aus dem bisher kurz „Sozialministerium“ genannten Ressort getilgt. Auf ausdrücklichen Wunsch des neuen Ressortchefs Jürgen Banzer heißt es nun offiziell: „Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit“.

          „Sozialministerium klingt abstrakt, theoretisch und nach Metaebene“

          Der CDU-Politiker, der das Ressort von der acht Jahre lang nur „Sozialministerin“ genannten Parteifreundin Silke Lautenschläger übernahm, hat inoffiziell sogar einen noch neueren Namen kreiert. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Banzer: „Es ist für mich das ,Gesellschaftsministerium, es ist das Haus, in dem Gesellschaftspolitik gemacht wird.“

          Seine Sprecherin begründet die Umbenennung mit der besseren Verständlichkeit für ein breiteres Publikum: „Sozialministerium klingt abstrakt, theoretisch und nach Metaebene. Der Minister hat nun die Begriffe verwandt, die er für die Zukunftsfragen hält.“ Und schließlich stünden die Worte „Arbeit, Familie und Gesundheit“ auch für „soziale Gerechtigkeit“.

          Im Landtag wird über das in Zeiten wie diesen sehr aktuelle Thema bald auf Antrag der Grünen debattiert. Danach wird abgestimmt, ob das Wort „Soziales“ wie in den Unions-geführten Bundesländern Niedersachsen, Saarland, Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern wieder in den Titel des Ministeriums kommt.

          Weitere Themen

          Union beendet Europawahlkampf Video-Seite öffnen

          Merkel ist auch da : Union beendet Europawahlkampf

          Beim Abschluss des Europawahlkampfs der konservativen EVP in München ist Bundeskanzlerin Angela Merkel mit von der Partie. Das jähe Ende der Koalition aus ÖVP und FPÖ in Österreich ist auch hier Thema.

          Macron reagiert im Livestream Video-Seite öffnen

          „Angriff“ in Lyon : Macron reagiert im Livestream

          In der Fußgängerzone der französischen Stadt Lyon ist offenbar eine Paketbombe explodiert. In einem Live-Interview auf YouTube und Facebook während einer Wahlveranstaltung der Partei La Republique En March sprach Macron von einem Angriff.

          Topmeldungen

          Amerikas Präsident Donald Trump und sein Justizminister William Barr

          Russland-Affäre : Sicherheitsrisiko Trump

          Justizminister William Barr kann ab jetzt Geheimdienstinformationen freigeben, um zu belegen, dass die Russland-Ermittlung eine „Hexenjagd“ gewesen sein soll. Aus politischen Motiven geht Donald Trump erhebliche Sicherheitsrisiken ein.
          Die irische Flagge vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel

          EU-Wahl : Pro-europäische Regierungspartei in Irland vorn

          Irlands Regierungschef warnt nach dem Rücktritt von Theresa May vor einer „sehr gefährlichen“ Phase. Bei der Europawahl hat er offenbar Rückenwind bekommen. EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber verspricht, Europa vor Nationalisten zu verteidigen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.