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„Herzlich willkommen“ : FDP wirbt um Boris Palmer

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Mit seinen streitbaren Aussagen hat er viele Parteifreunde verprellt, jedoch innerhalb der Opposition an Sympathien gewonnen: Thüringens Oberbürgermeister Boris Palmer. Bild: dpa

Der baden-württembergische FDP-Vorsitzende Michael Theurer hat dem Tübinger Oberbürgermeister ein Aufnahmeangebot gemacht: Boris Palmer sei „ein streitbarer, kluger Kopf“.

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          Nachdem die baden-württembergischen Grünen Boris Palmer aufgefordert haben, die Partei zu verlassen, bekommt der Tübinger Oberbürgermeister ein Aufnahmeangebot von den Liberalen. Der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer sagte der „Bild am Sonntag“: „Bei uns in der FDP Baden-Württemberg ist Boris Palmer herzlich willkommen. Wir sind eine Heimat für kritische Köpfe. Wir halten das aus, wir kämpfen für Meinungsfreiheit.“

          Theurer lobte die Intelligenz und Diskussionsfreude des in Ungnade gefallenen Grünen-Politikers: „Boris Palmer ist ein streitbarer, kluger Kopf, der manchmal über das Ziel hinausschießt, nicht immer den richtigen Ton trifft, aber auch zur Einsicht fähig ist und den Diskurs der unterschiedlichen Meinungen sucht.“

          Der Landesvorstand der baden-württembergischen Grünen hatte Palmer am Freitagabend nach einer mehrstündigen Video-Vorstandssitzung aufgefordert, die Partei zu verlassen. „Der Landesvorstand erwartet, dass Boris Palmer unsere Partei verlässt“, heißt es in dem Beschluss. Man behalte sich ein Parteiordnungsverfahren vor. Zuvor hatte bereits die Bundesspitze der Grünen erklärt, Palmer nicht mehr zu unterstützen.

          Palmers Aussage sorgt für viel Ärger

          Palmer will allerdings Mitglied bei den Grünen bleiben. „Ich bin aus ökologischer Überzeugung Grüner. Deswegen bleibe ich Mitglied“, sagte er der F.A.Z.: „Die Aufforderung zum Austritt beruht ausschließlich auf falschen Unterstellungen und enthält keine Argumente.“

          Palmer hatte Ende April eine Änderung der Seuchenschutzstrategie zur Bekämpfung des Virus Sars-Cov-2 gefordert. Der 47 Jahre alte Oberbürgermeister hatte dafür plädiert, ältere und vorerkrankte Menschen besser zu schützen und intensiver zu testen und für den Rest der Bevölkerung den Lockdown zu lockern.

          In einem Interview mit dem Fernsehsender Sat1 hatte er dann gesagt: „Ich sage es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären – aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen.“

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