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Herero und Völkermord : Hochgefühl

Nach der Armenien-Resolution geht es um die Herero. Doch stellt irgendwer deren Leid in Frage? Besteht Wiederholungsgefahr? Es geht um moralisches Hochgefühl.

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          Es gibt in der deutschen Geschichte zweifellos genug Anlässe zur Entschuldigung. Dabei kann ein Staat sich im Grunde „nur“ zur Verantwortung für Untaten bekennen, die vom eigenen Land begangen wurden. Er kann Entschädigungen versprechen – und dass so etwas nicht wieder geschieht.

          Im Umgang mit der eigenen Vergangenheit nimmt Deutschland eine Sonderstellung ein; das hat seinen Grund im noch sehr nahen Holocaust und in der totalen Niederlage des Landes. Schwierig wird es, wenn Deutschland heute als Lehrmeister auftritt. Eine historische Untat als Völkermord zu geißeln ist das eine. Zeitpunkt, Form und Wortlaut sind das andere.

          Das weiß, hoffentlich, auch der Deutsche Bundestag. Es muss also nicht „peinlich“ sein, wie Parlamentspräsident Lammert meint, dass sich die Abgeordneten nach der umstrittenen Armenien-Resolution noch nicht unmissverständlich zum Mord an den Herero geäußert haben. Stellt irgendjemand Leid und Verantwortung in Frage? Besteht Wiederholungsgefahr? Geht es um Geld? Oder doch nur um das eigene moralische Hochgefühl?

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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