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Henning-Wellsow : Wie die Linke Rot-Rot-Grün vorbereiten will

Ungleiches Duo: Die Hessin Wissler und die Thüringerin Hennig-Wellsow nach ihrer Wahl zu Parteivorsitzenden Ende Februar Bild: Hans Christian Plambeck/laif

Die Linken-Vorsitzende Hennig-Wellsow will nach der Wahl im Herbst regieren. Angesichts der Umfragen ist das gar nicht so unrealistisch. Doch für ein Bündnis mit Grünen und SPD müssen noch einige Steine aus dem Weg geräumt werden.

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          Die Umfrage freut Susanne Hennig-Wellsow. Würden die Bürger am kommenden Sonntag abstimmen, so hat es das Institut Kantar ermittelt, hätte Rot-Rot-Grün eine Mehrheit. Das Bündnis aus Grünen, SPD und ihrer Linken käme auf 49 Prozent, Schwarz-Grün auf 48 Prozent. Das Links-Bündnis liegt also einen Punkt vorn gegenüber jener Koalition, die bisher als wahrscheinlichste nach der Bundestagswahl galt. „Wir wollen unsere Chance aufs Regieren nutzen“, sagt die Erfurterin, die vor einem Monat auf dem Linken-Parteitag zusammen mit der Hessin Janine Wissler an die Parteispitze gewählt wurde. Hennig-Wellsow hatte vor der Wahl offen für eine Regierungsbeteiligung geworben. Sie erhielt 70 Prozent Zustimmung. Die Frau aus Thüringen, lange die rechte Hand des dortigen linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, sieht das als Auftrag, auch in Berlin eine Koalition unter Beteiligung ihrer Partei zu schmieden.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Ganz so aus dem Reich linker Träumereien wie vor einem Monat klingt ihr Plan angesichts der Schwäche von CDU/CSU nicht mehr. In den Umfragen der vergangenen Tage lag die Union zwischen 25 und 28 Prozent, Grüne bei 22 bis 23 Prozent, die SPD bei 15 bis 17 Prozent, die Linke zwischen sieben und neun Prozent. „Die CDU zerlegt sich derzeit selbst“, sagt Hennig-Wellsow im Gespräch mit der F.A.Z. Nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sei klargeworden, dass es andere Möglichkeiten zur Regierungsbildung im Bund gebe als eine Koalition unter Führung der Union. „Die Grünen und die SPD würden sie nutzen, wenn sie den Kanzler oder die Kanzlerin stellen können“, sagt Hennig-Wellsow, bis vor kurzem Landes- und Fraktionsvorsitzende in Thüringen.

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