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Von Laschet zu Wüst : Harmonie, die alle sehen sollen

Harmonisch: Hendrik Wüst, der neue Vorsitzende der NRW-CDU, erhält einen Blumenstrauß von seinem Vorgänger Armin Laschet. Bild: Stefan Finger

Die CDU in Nordrhein-Westfalen demonstriert bei der Übergabe des Vorsitzes von Armin Laschet an Hendrik Wüst Geschlossenheit. So will sie sich bei der nahenden Landtagswahl den Machterhalt sichern.

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          Geschlossenheit – das soll für die nordrhein-westfälische CDU das Zauberwort zur Sicherung der Macht sein. Gerade jetzt, nach dem historischen Debakel der Union und ihres Kanzlerkandidaten Armin Laschet bei der Bundestagswahl. Kein Wort fiel häufiger auf dem Parteitag in Bielefeld, mit dem die nordrhein-westfälische CDU sechseinhalb Monate vor der nächsten Landtagswahl einen Führungswechsel im Zeitraffer einleitete. Hendrik Wüst – bisher Verkehrsminister in Laschets Landesregierung – wurde am Samstag im ersten Schritt CDU-Landesvorsitzender. An diesem Montag will Laschet vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten, damit sich Wüst am Mittwoch vom Landtag zum nordrhein-westfälischen Regierungschef wählen lassen kann.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Wüsts Mission Machterhalt ist ein anspruchsvolles Manöver. Bis Mai 2022 bleibt ihm wenig Zeit, sich einen eigenen Amtsbonus aufzubauen und die nordrhein-westfälische CDU aus dem Verliererfahrwasser der Bundespartei herauszusteuern. Lag die SPD seit der Landtagswahl 2017 in Umfragen lange weit abgeschlagen hinter der Union, hat sich die demoskopische Lage mittlerweile gedreht. Nach der am Sonntag veröffentlichten Erhebung im Auftrag des WDR käme die SPD derzeit auf 31, die CDU dagegen nur auf 22 Prozent; erstmals seit 2014 würde es sogar wieder knapp für Rot-Grün reichen. Käme es so, dann wäre Schwarz-Gelb in Düsseldorf wie 2010, als Hannelore Kraft (SPD) als Ministerpräsidentin auf Jürgen Rüttgers (CDU) folgte, nach nur einer Legislaturperiode wieder abgewählt.

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