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Privater DDR-Besuch 1988 : Die geheime Reise des Helmut Kohl

  • -Aktualisiert am

3:1 für die Dresdner: Helmut Kohl und seine Begleitung werden von Hans Modrow (oberste Reihe rechts) persönlich observiert. Bild: BStU

Im Mai 1988 reiste Helmut Kohl privat in die DDR. Die allgegenwärtige Stasi konnte nicht verhindern, dass der Kanzler einen ungeschönten Eindruck von der Stimmung im Land bekam. Ein Gastbeitrag.

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          Dresden, 28. Mai 1988. Stasi-Mitarbeiter der gesamten Region sind im Einsatz. Der Klassenfeind ist in der Stadt – der Bundeskanzler aus dem anderen Deutschland. Massig und selbstbewusst schlendert er durch die Stadt, im Schlepptau seine Familie und zwei seiner Vertrauten. Helmut Kohl will sich ein Bild machen von dem, was gerade im Zentrum los ist. Er tut Dinge, die Politiker aus dem Westen im SED-Staat nicht tun. Das hatte nicht einmal die DDR-Staatssicherheit ahnen können.

          Aber Helmut Kohl geht nun einmal gern „einkaufen“. Er sieht sich Geschäfte an, vergleicht Preise und bekommt so ein „Gefühl“ von der Lage. Ganz Bauchgefühl. So mag es nicht verwundern, dass an jenem schönen warmen Maitag auf der Straße der Befreiung ein Spielwarengeschäft das Interesse des Bundeskanzlers weckt.

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