https://www.faz.net/-gpf-7vz7h

Umstrittene Protokolle : Kohl nennt seinen Biografen „verrückt“

  • Aktualisiert am

Helmut Kohl mit seiner Ehefrau Maike Kohl-Richter an diesem Montag in Frankfurt bei der Vorstellung seines Buches „Aus Sorge um Europa - Ein Appell“ Bild: dpa

In einem Zeitschriften-Interview bezeichnet der Altkanzler seinen ehemaligen Ghostwriter Heribert Schwan zudem als einen „Wichtigtuer“ und wirft ihm Diebstahl geistigen Eigentums vor.

          1 Min.

          Altkanzler Helmut Kohl hat seinen ehemaligen Biografen Heribert Schwan im Streit um die publizistische Verwertung von Gesprächen über sein politisches Leben persönlich angegriffen. Kohl sagte der Zeitschrift „Stern“ in einem gemeinsamen Gespräch mit seiner Ehefrau Maike Kohl-Richter, es sei sein Fehler gewesen, dass er Schwan vertraut habe. Der sei „verrückt“. Kohl-Richter nannte Schwan demnach einen „Wichtigtuer“ und warf ihm Diebstahl geistigen Eigentums vor.

          Schwan hatte Kohl 2001 und 2002 mehr als 600 Stunden in dessen Haus interviewt und die Gespräche auf Band aufgenommen. Sie dienten der Vorbereitung von Kohls Memoiren, von denen drei Bände erschienen - danach wurde die Zusammenarbeit beendet. Nun hat Schwan das Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“ veröffentlicht und darin zum Teil unverblümt Kohls Kritik an politischen Weggefährten wiedergegeben.

          Heribert Schwan präsentiert Anfang Oktober das Buch „Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle“: Diebstahl geistigen Eigentums?
          Heribert Schwan präsentiert Anfang Oktober das Buch „Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle“: Diebstahl geistigen Eigentums? : Bild: dpa

          Kohl bestreitet, dass Schwan seine Aussagen hätte verwenden dürfen und verlangt, dass mehr als 100 Zitate in dem Buch gestrichen werden. In dem Rechtsstreit zwischen den beiden will das Landgericht Köln am 13. November eine Entscheidung verkünden. Kohl-Richter sagte, sie rechne in der ersten Instanz mit einem für sie positiven Ausgang.

          Buchvorstellung : Kohl sorgt sich um Europa

          Weitere Themen

          Türkischer Präsident tobt über Charlie Hebdo Video-Seite öffnen

          Erdogan-Karikatur : Türkischer Präsident tobt über Charlie Hebdo

          Im Streit zwischen der Türkei und Frankreich um Meinungsfreiheit und den Islam streut „Charlie Hebdo“ Salz in die Wunden: Das französische Satireblatt druckt auf der Titelseite eine Karikatur von Recep Tayyip Erdogan ab. Der türkische Präsident schäumt.

          „Weihnachten wird anders sein“

          Von der Leyen mahnt : „Weihnachten wird anders sein“

          Die Kommissionspräsidentin fordert die Staaten auf, sich in der zweiten Welle enger abzustimmen – und das Virus einzudämmen. Noch hapert es aber an allen Ecken und Enden.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.