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Heinos Heimathymne : Da können doch die Lieder nichts für!

Auch was für den Schulunterricht? Sänger Heino überreicht der nordrhein-westfälischen Ministerin Ina Scharrenbach die umstrittene Platte. Bild: dpa

Wie Heimatministerin Scharrenbach von Heino ein besonderes Geschenk bekam – und so zur ersten Heino-Ministerin Deutschlands wurde.

          4 Min.

          Es ist nicht einfach zu verstehen, wie aus Ina Scharrenbach, der ersten Heimatministerin von Nordrhein-Westfalen, die erste Heino-Ministerin Deutschlands werden konnte, die sich strikt dagegen verwahren muss, „in irgendeiner Weise mit der nationalsozialistischen Ideologie in Verbindung gebracht zu werden“. Scharrenbach ist eine liberale, selbstbewusste Frau, die sich seit ihrem Amtsantritt vor gut neun Monaten redlich bemüht zu erklären, was eine Heimatministerin eigentlich tut. Sie sagte dann Sätze wie: Ihr Haus fördere „Heimat im Respekt vor ihrer Vielfalt“. Jeder trage eine andere Heimat in seinem Herzen, egal wo er herkomme. „Heimat hat viel mit unsichtbaren Wurzeln eines jeden Menschen zu tun, die Halt, Orientierung und Überschaubarkeit in einer unübersichtlich gewordenen Welt bieten.“ Die CDU-Politikerin vermeidet eine eigene Heimat-Definition. Sie findet, wer den Heimatbegriff festlegt, „der grenzt aus, nicht ein“.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Man kann das als wolkig und unverbindlich kritisieren. Aber: Was ist im Patchwork-Bundesland Nordrhein-Westfalen so falsch daran, Heimat als eine Mischung aus Weltoffenheit und Pluralität zu begreifen? Eben das will die Ministerin auch durch die Auswahl ihrer 47 prominenten ehrenamtlich aktiven „Heimatbotschafter“ deutlich machen. Zu denen gehören der Fernsehkoch Nelson Müller, der ehemalige Fußballspieler Gerald Asamoah, die Islamexpertin Lamya Kaddor und der Kabarettist Dieter Nuhr. Seit einigen Wochen werben sie im Internet für ihre Heimat NRW.

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