https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/heilbronn-entschuldigung-nach-messerangriff-auf-auslaender-15840746.html

Heilbronn : Entschuldigung nach Messerangriff auf Ausländer

  • Aktualisiert am

Gerichtsverhandlung in Heilbronn: Der Angeklagte gesteht die Taten und entschuldigt sich. Bild: dpa

Im Februar ging der 70 Jahre alte Mann mit einem Messer auf vier Flüchtlinge los – vor Gericht schlägt der Angeklagte andere Töne an: „Ich bin kein Fremdenhasser“, sagt er und bittet um Verzeihung.

          1 Min.

          Im Prozess um eine Messerattacke auf vier Flüchtlinge in Heilbronn hat der 70 Jahre alte Angeklagte die Taten eingeräumt und die Opfer um Entschuldigung gebeten. „Ich bin kein Fremdenhasser, kein Rechtsextremist“, heißt es in Briefen des Mannes an die Opfer, die am Dienstag am Landgericht Heilbronn verlesen wurden. Er sei „schrecklich besoffen“ gewesen und wolle sich für das entschuldigen, „für das, was ich Ihnen angetan habe“. An die Tat könne er sich überhaupt nicht erinnern.

          Laut Anklage hat der 70 Jahre alte Mann am 17. Februar auf dem Marktplatz in Heilbronn mit einem Küchenmesser auf vier junge Männer eingestochen, die er für Asylbewerber hielt. In ersten Aussagen nach der Tat hatte er laut Anklage noch gesagt, er habe „ein Zeichen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik“ setzen wollen. Nach Angaben eines Gutachters aus einer späteren Befragung hat der 70 Jahre alte Deutsche ihm gesagt, solche Ansichten seien ihm völlig fremd.

          Der Angeklagte habe bei seinen Angriffen den Tod seiner Opfer billigend in Kauf genommen, heißt es in der Anklage. Ein damals 17 Jahre alter Afghane wurde schwer verletzt, ein 25 Jahre alter Iraker und ein 19 Jahre alter Syrer erlitten leichte Verletzungen. Der vierte Attackierte wich drei Stichen aus und konnte unverletzt fliehen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Der Mann ohne Eigenschaften“ ist das Lieblingsbuch von Markus Braun. War er selbst ein Utopist? Am Donnerstag steht der einstige Wirecard-Chef vor Gericht.

          Vor dem Wirecard-Prozess : Versager oder Gangster

          Vorwurf des Bandenbetrugs, Bilanzfälschung und Untreue – Markus Braun, der frühere Chef von Wirecard, war entweder ein Idiot oder ein Gangster. In der kommenden Woche wird ihm und zwei Mitangeklagten der Prozess gemacht.
          Ein Hoch auf die gute Nachbarschaft: Deutsche und schweizerische Passagierschiffe bei einer Sternfahrt auf dem Bodensee vor zwei Jahren

          Schweizer Neutralität : Das Gold der Russen

          Ist die Schweiz eine Insel der Glückseligen? Vor der Bundesratswahl liegen zwischen Deutschland und den Eidgenossen die Nerven blank.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.