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Wieder Spannungen : Heidenaus Bürgermeister warnt vor neuer Hetze

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Wütender Mob: Demonstranten warten neben einem Schild mit der Aufschrift „Volksverräterin“ am 26. August 2015 vor einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau auf die Ankunft der Bundeskanzlerin. Bild: dpa

Neonazis greifen 2015 in Heidenau eine Flüchtlingsunterkunft an. Es kommt zu tagelangen Krawallen. Die Bundeskanzlerin wird kurz darauf bei einem Besuch lautstark beschimpft. Nun machen Fremdenfeinde dort abermals Stimmung gegen Migranten.

          Angesichts neuer Spannungen zwischen Migranten und Fremdenfeinden im sächsischen Heidenau hat Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) zur Ruhe gemahnt. „Lassen Sie sich nicht von Hetze oder von Aufrufen zu Gewalt verführen oder verunsichern!“, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Aufruf an die Bürger der Stadt nahe Dresden. Hintergrund seien in den vergangenen Tagen gehäuft auftretende Meldungen über Überfälle, Einbrüche und Sachbeschädigungen in Heidenau.

          In sozialen Medien wurden Migranten dafür verantwortlich gemacht und zu „Gegenwehr“ gegen „die Goldjungs“ und „Raketenwissenschaftler“ aufgerufen. Die Polizei konnte eine Häufung von Straftaten zunächst nicht bestätigen.

          Polizei verstärkt Präsenz

          Er stehe mit der Polizei in ständiger Verbindung, schrieb Opitz. Es gehe ihm „besonders darum, Tatsachen von Halbwahrheiten, Gerüchten oder Vorverurteilungen zu unterscheiden“. Die Polizei habe ihre Präsenz in Heidenau verstärkt, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Dresden. Bereits am vergangenen Wochenende habe es „Gerüchte zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Personengruppen“ gegeben. „Als die Kollegen vor Ort ankamen, haben sie aber keine Auseinandersetzungen festgestellt.“ Auch ein Hubschrauber sei im Einsatz gewesen.

          Die Sprecherin kündigte an, dass die Polizei die Lage auch über die Ostertage „im Blick behalten“ werde. Auch der Staatsschutz sei eingeschaltet und habe vor allem die sozialen Netzwerke im Visier.

          Im August 2015 hatten tagelange gewaltsame Ausschreitungen von Rechtsradikalen vor einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau auch bundesweit Schlagzeilen gemacht. Neonazis griffen die Polizei mit Steinen, Flaschen und Pyrotechnik an. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Stadt kurz darauf besuchte, wurde sie von Demonstranten beschimpft.

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