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Machtkampf bei Heckler & Koch : Nicht so gut in Schuss

Treuer Begleiter: Ein Soldat der Bundeswehr nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis mit einem G36 Bild: dpa

Die Beziehung der Regierung zum Waffenhersteller Heckler & Koch ist belastet. Ausgerechnet jetzt steht aber die Vergabe für ein neues Sturmgewehr für die Bundeswehr an.

          6 Min.

          Die Verteidigungsministerin hatte eine sehr schlechte Nachricht für die Soldaten. Die meisten konnten es kaum glauben, aber das Urteil, das Ursula von der Leyen im April 2015 über das Sturmgewehr sprach, war hart und eindeutig: „Dieses Gewehr, so wie es konstruiert ist, hat in der Bundeswehr keine Zukunft.“ Gemeint war das G36 der schwäbischen Firma Heckler & Koch. Die Waffe war in der Bundeswehr seit Ende der neunziger Jahre in Gebrauch und vor allem in Afghanistan auch im Feuer-Einsatz. Die meisten Soldaten hatten sich blind auf ihr Gewehr verlassen. Und jetzt das: Die Lebensversicherung im Gefecht – eine Knarre, die um die Ecke schießt? Tests hatten das angeblich bewiesen. Wenn man das Gewehr überhaupt noch nutzen musste, dann nur noch ganz vorsichtig. Jedenfalls müsse, so von der Leyen damals unverzüglich ein neues Gewehr beschafft werden.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Viereinhalb Jahre ist das her. Passiert ist wenig. In der Truppe hat das G36 die frühere Ministerin jedenfalls schon mal überdauert. Überstanden hat die Krise auch der Hersteller Heckler & Koch, der mit seiner geheimniskrämerischen Art und der Attitüde beleidigter Leberwürste zur Eskalation der Krise beigetragen hatte. Selbst ihr Wahlkreisabgeordneter, damals immerhin der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder von der CDU, wollte keinen Finger für die Oberndorfer Waffenschmiede krumm machen.

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