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Debatte über Sanktionen : Konstruktiv mit Russland sprechen

  • -Aktualisiert am

Reiner Haseloff (2.v.r., CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt besichtigt eine Werkstatt des Unternehmens Stahlbau Magdeburg. Bild: ZB

Die Annexion der Krim durch Russland war völkerrechtswidrig. Deshalb waren die Sanktionen folgerichtig. Aber in Ostdeutschland leiden viele Betriebe darunter. Ein Gastbeitrag.

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          Die Wirtschaft im Osten musste in den vergangenen drei Jahrzehnten einen schwierigen Umbauprozess meistern. Der Wandel von der Plan- zur Marktwirtschaft war schwieriger als gedacht. Jetzt haben die Unternehmen zunehmend wieder Fuß gefasst und verzeichnen Erfolge. Das schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Der Osten Deutschlands hat sich immer als Brücke verstanden. Man war interessiert, neue Wirtschaftskontakte im Westen zu knüpfen, aber auch die gewachsenen Beziehungen in den Osten zu pflegen.

          So sind auch die Wirtschaftsbeziehungen Sachsen-Anhalts zu Russland eng. 2018 wurden Waren im Wert von fünf Milliarden Euro aus Russland nach Sachsen-Anhalt importiert – hauptsächlich Erdöl und andere Rohstoffe. Mit 1,8 Milliarden Euro folgen die Niederlande auf dem zweiten Platz. Russland ist für Sachsen-Anhalt also mit Abstand Importland Nummer eins. Anders sieht es bei den Exporten nach Russland aus. Hier standen im vergangenen Jahr Ausfuhren im Wert von nur 315 Millionen Euro zu Buche. Das ist lediglich Platz 14 in der Außenhandelsstatistik. Vor Beginn der Sanktionen waren es 369 Millionen Euro.

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