Streit um Auffrischimpfungen :
Kassenärzte wettern gegen Spahn

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Bis Dienstag sind erst knapp 2,1 Millionen Booster-Impfungen verabreicht worden. Die Auffrischung wird derzeit jedoch für etwa 15 Millionen Menschen empfohlen.
Dass der Gesundheitsminister von Corona-Boostern für alle gesprochen hat, war nach Auffassung der Mediziner nicht hilfreich. Patienten seien verunsichert worden – der Schaden müsse in den Praxen durch Gespräche „repariert“ werden.

Den Namen nannten sie zwar nicht direkt. Doch wer die Corona-Diskussion der vergangenen Tage verfolgt hat, dem musste gleich klar sein, an wessen Adresse die Kritik gerichtet war. Vertreter der Kassenärzte haben den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für dessen Äußerung gerügt, dass in der Corona-Krise genug Impfstoff vorhanden sei, um jedem eine Auffrischimpfung zu geben, der dies wolle. „Wir verlassen uns in dieser Frage auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den sogenannten Booster derzeit nur für Personen von 70 Jahren an sowie für medizinisches und pflegerisches Personal. Spahn hatte mit seiner Äußerung den Eindruck erweckt, dass nun auch Jüngere eine Auffrischimpfung bekommen können.

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