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„Happy Slapping“-Videos : Ihr seid so krass

Ein geplündertes Geschäft in der Marienstraße in Stuttgart in der Nacht zum 21. Juni Bild: dpa

Jugendliche brüsten sich in „Happy Slapping“-Videos im Netz mit Straftaten und ermutigen andere. Auch in der Krawallnacht von Stuttgart war das so. Psychologen warnen vor den Folgen.

          4 Min.

          Das Video zeigt, wie ein Mann einen Polizisten mit einem Karatekick zu Boden tritt. Im Hintergrund läuft ein Kinderlied der Comicfigur Spongebob. So geht es weiter. Im Bild: eingeschlagene Fensterscheiben in der Stuttgarter Innenstadt. Im Ton: „F steht für Freunde, die Dinge zusammen tun. U steht für dich und mich. N steht für überall und jederzeit.“ F-U-N. Im Bild: Zwei Männer treten und werfen ein Schaufenster ein. Andere dringen in ein Schuhgeschäft ein. Im Ton: weiter Spongebob. Dann geht der Film wieder von vorne los. Hochgeladen wurde das Video von einem „Nafri29s“. Das ist offenbar Sarkasmus. „Nafri“ war in der Kölner Silvesternacht von 2015 der Polizeijargon für „Nordafrikanische Intensivtäter“.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Internet ist voll mit solchen Videos aus der Krawallnacht vor einer Woche. In einem anderen sieht man, warum. Hunderte junge Männer stehen auf dem Stuttgarter Schlossplatz und brüllen „A-C-A-B“ in Richtung der Bereitschaftspolizei. Das steht für: Alle Polizisten sind Bastarde. Und fast alle der Brüllenden halten das Handy über den Kopf. Sie filmen alles. Das Anschreien der Polizisten, das Zerbrechen der Schaufenster auf der Königstraße, die Flucht der Plünderer aus den Handygeschäften. Danach laden sie die Filmchen ins Internet hoch, auf Plattformen wie Tiktok, Youtube oder Instagram. Viele der Filme sind nachbearbeitet, mit Musik unterlegt, wie Ikonen der Gewalt.

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