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Parteitag in Dessau-Roßlau : Rechtsaußen-Vertreter Tillschneider neuer AfD-Vize in Sachsen-Anhalt

  • Aktualisiert am

Hans-Thomas Tillschneider, neuer Vize-Vorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt Bild: dpa

Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt rückt noch weiter nach rechts. Ihr neuer stellvertretender Vorsitzender soll nach Angaben des Bundesamts für Verfassungsschutz ein führer Vertreter des aufgelösten „Flügels“ sein.

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          Martin Reichardt bleibt Vorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt. Der 51 Jahre alte Bundestagsabgeordnete ist am Sonntag während eines Parteitags in Dessau-Roßlau mit 90 Prozent Zustimmung für zwei weitere Jahre gewählt worden. Reichardt hatte keinen Gegenkandidaten. Als Vize-Vorsitzender wurde der Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider gewählt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht in ihm einen der führenden Vertreter des offiziell aufgelösten „Flügels“ der AfD. Die Rechtsaußen-Strömung um den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke wird von der Behörde als rechtsextremistische Bestrebung auch mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachtet.

          Es sei egal, aus welchem Lager und welcher Strömung jemand komme, sagte der Islamwissenschaftler Tillschneider während seiner Vorstellungsrede. Entscheidend sei, ob jemand politisches Gespür habe. Vor ihm werde gewarnt, weil er vom Verfassungsschutz beobachtet werde, sagte der 42 Jahre alte Politiker und sprach damit das Thema selbst an. Doch wer den Verfassungsschutz und die Presse für gute Ratgeber halte, wäre „ziemlich blöd“. Unter lautem Jubel sagte Tillschneider: „Wir, die AfD, sind der einzige Verfassungsschutz in diesem Land.“

          Reichardt hatte den Landesvorsitz im Jahr 2018 vom damals bekannten Partei-Gesicht André Poggenburg übernommen, der kurz darauf im Streit AfD und Fraktion verließ. Er sagte nun, er sei vor zwei Jahren angetreten, um die Partei zu einen. Anders als andere Teile der AfD, die „wieder sehr gärig“ geworden seien, sei die Partei in Sachsen-Anhalt ein ruhender Pol. Auf diese Entwicklung könne man stolz sein. Er spielte damit auf den parteiinternen Streit zum Umgang mit dem formal aufgelösten „Flügel“ an. Zuletzt hatte die Bundespartei den Ausschluss des Brandenburger Parteivorsitzenden Andreas Kalbitz durchgesetzt, der der Rechtsaußen-Strömung zugerechnet wird.

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