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Nach Hanau : Widmann-Mauz für Expertenkommission gegen Muslimfeindlichkeit

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Begegnung statt Hass und Vorurteilen: Besucher am 3. Oktober 2019 beim Tag der offenen Moschee in Duisburg-Marxloh Bild: dpa

Die Integrationsbeauftragte schlägt nach den Morden von Hanau ein Gremium vor, um die Feindlichkeit gegenüber Muslimen in Deutschland nachhaltiger zu bekämpfen. Vorbild könne die Bund-Länder-Kommission zum Antisemitismus sein.

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          Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung hat nach dem offenbar rassistischen Anschlag in Hanau die Bildung einer Expertenkommission vorgeschlagen, die Muslimfeindlichkeit bekämpfen soll. „Brauchen wir nicht, ähnlich, wie wir das beim Thema Islamismus getan haben, eine Expertenkommission, die noch einmal ganz genau schaut, wie wir Muslimfeindlichkeit besser bekämpfen können?“, sagte Widmann-Mauz am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. Dies sei im Bereich Antisemitismus bereits erfolgreich gewesen. „Wir müssen uns in der Bundesregierung endlich darauf einigen, wie wir präventive Arbeit, die meistens von der Zivilgesellschaft geleistet wird, nachhaltig und dauerhaft unterstützen“, sagte sie.

          Es sei „unsere Verpflichtung“, dass sich ausländische Mitbürger in Deutschland sicher fühlen. Die Würde des Menschen gelte unabhängig von der Herkunft oder des Aussehens. „Wir gehören zusammen und das müssen wir zum Ausdruck bringen“, sagte sie. Es müsse darüber diskutiert werden, ob der Begriff „Migrationshintergrund“ gestrichen werden könne. „Wir haben eine Fachkommission eingesetzt, die sich auch darüber Gedanken macht, weil es trennt. Und das darf nicht sein“, sagte Widmann-Mauz.

          „Wir dürfen im Alltag nicht hinnehmen, dass Menschen, nur weil sie verschiedenen Glauben haben oder aus einem anderen Land stammen, herabgewürdigt und beleidigt werden“, sagte Widmann-Mauz weiter. Dagegen müsse aufgestanden werden – „am Stammtisch, am Arbeitsplatz und in der Schule“. Die Würde des Menschen sei unabhängig von Herkunft, Religion und Aussehen. Zugleich plädierte die Staatsministerin zu einer konsequenten Strafverfolgung bei rassistischen Taten.

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