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Hamburgs neuer CDU-Chef Ploß : „Wir brauchen mehr Vorbilder für Frauen“

Will sich nicht bei den Grünen anbiedern: Christoph Ploß Bild: dpa

Vielerorts rücken die Grünen der CDU auf die Pelle oder überholen sie gar – auch in Hamburg. Der 35 Jahre alte Christoph Ploß ist dort der neue CDU-Vorsitzende. Im Interview lehnt er eine Frauenquote in seiner Partei ab – und lobt Friedrich Merz.

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          Herr Ploß, Sie führen seit Samstag den Hamburger CDU-Verband und sind mit 35 Jahren der jüngste CDU-Landesvorsitzende. Die Lage Ihrer Partei ist düster, das Ergebnis mit 11,2 Prozent bei der Bürgerschaftswahl im Februar war verheerend, nicht einmal in bürgerlichen Vierteln konnte die CDU viele Stimmen sammeln – wie konnte das passieren?

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Das hatte nicht nur eine Ursache. Ein Problem war, dass wir für die Hamburger Wirtschaft nicht mehr der erste Ansprechpartner waren. Das wollen wir wieder ändern. In den Augen vieler Wähler gab es darüber hinaus bei wichtigen Themen wie der Mobilitätspolitik einen Schwenk. Unsere Bürgerschaftsfraktion hatte über Jahre einen Kurs gefahren, der die Interessen aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und der die Hamburger dazu bewegen möchte, durch einen guten öffentlichen Nahverkehr und Investitionen in die Radinfrastruktur auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen. Das Auto wollten und wollen wir aber nicht verbieten. Schließlich werden Menschen in den Außenbezirken Hamburgs auch weiterhin darauf angewiesen sein. Im Wahlkampf wurde dann auf einmal auch viel über autofreie Stadtteile gesprochen. Da konnten die Menschen keine klare Linie mehr erkennen, so etwas ist fatal.

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