https://www.faz.net/-gpf-83bs2

Hamburger FDP-Chefin : Suding will in die Bundesspitze

  • Aktualisiert am

Katja Suding will eine von drei Stellvertretern des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner werden. Bild: dpa

Nach ihren Erfolgen in Hamburg und Bremen will sich die FDP auf einem Parteitag neu aufstellen. Vor allem Katja Suding aus Hamburg macht Druck. Der Parteichef lästert über die Kanzlerin.

          1 Min.

          Die Hamburger FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Katja Suding drängt in die Spitze der Bundespartei. Auf dem Parteitag der FDP in Berlin (15. bis 17. Mai) will die 39-Jährige eine von drei Stellvertretern des Vorsitzenden Christian Lindner werden. Sie rechne sich gute Chancen aus, sagte Suding der Deutschen Presse-Agentur. Sie will sich vor allem in der Bildungs- und Familienpolitik engagieren. So müsse zum Beispiel auch die FDP erkennen, dass es inzwischen verschiedene Formen der Familie gebe. „Darum sollte das Ehegattensplitting in ein Familiensplitting umgewandelt werden.“

          In der Bildungspolitik fordert sie Geld vom Bund für finanzschwache Länder. „Die Länder werden wirklich gute Bildung nicht allein finanzieren können.“ Es sei verhängnisvoll, „wenn die Schüler in Bundesländern wie Bremen, die mit großen finanzpolitischen Problemen kämpfen, abgehängt werden, weil nicht genug Geld für die Bildung da ist“, warnte Suding. „Das können wir uns nicht leisten.“

          Chancengerechtigkeit

          Wichtig sei ihr, die Chancengerechtigkeit in der Bildung zu fördern. „Die Herkunft aus dem Elternhaus bestimmt leider weiterhin stark den späteren Bildungserfolg.“ Darum müsse die frühkindliche Bildung viel besser werden.

          Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki sieht seine Partei nach dem Wahlerfolg in Bremen auf einem guten Weg aus der Krise. „Aber wir sind noch nicht aus dem Keller“, sagte er den „Lübecker Nachrichten“ (Donnerstag). „Das wird sich erst 2016 bei den drei Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zeigen.“ Zugleich kündigte er an, die FDP in den schleswig-holsteinischen Landtagswahlkampf 2017 führen zu wollen.

          Lindner: CDU völlig blutleer

          Auch Parteichef Lindner sagte, die FDP sei nach ihrem Scheitern bei der Bundestagswahl noch nicht über den Berg, sondern „noch im Vorgebirge“. Trotz der Niederlagen hätten die Freidemokraten ihre Überzeugungen aber nicht Populismus oder Zeitgeist geopfert, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag). „Umso mehr bleiben wir nach ersten Erfolgen auf dem Teppich.“

          Scharf kritisierte er den früheren Koalitionspartner CDU, die „innenpolitisch inzwischen leider völlig blutleer“ sei. Bundeskanzlerin Angela Merkel liefere nur in der Außenpolitik gute Arbeit. In der Innenpolitik sei seit 2005 kaum gestalterischer Anspruch zu erkennen. „Sie lebt nur von der Reformdividende ihres Vorgängers Gerhard Schröder und seiner Agenda 2010.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Beträchtlicher Umfang: AVP verarbeitet rund 72 Millionen Rezepte im Jahr.

          AVP-Insolvenz : Schwerer Schlag für viele Apotheken

          Die Insolvenz des Rezeptabrechners AVP hat viele Apotheken in Existenznot gebracht. Voraussichtlich werden sie wohl nicht bevorzugt ausgezahlt – und könnten dadurch viel Geld verlieren.
          Zwischen Court und Gericht: Boris Becker

          Tennis-Held und Finanz-Sorgen : Die zwei Gesichter des Boris Becker

          Er ist im Tennis noch immer ein ganz großer Name. In seiner Rolle als TV-Experte wird er mit Lob überhäuft. Doch da ist auch die leidige Misere mit den Finanzen. Nun steht für den einstigen Tennis-Star ein unangenehmer Termin an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.