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Hamburg-Wahl : Hält der Deich um die SPD-Hochburg?

Die Glückwünsche aus Hamburg waren mäßig: Das unterlegene Kandidaten-Duo Olaf Scholz und Klara Geywitz Bild: dpa

Der SPD-Landesverband in Hamburg war klarer Verfechter einer Scholz/Geywitz-Spitze für die Partei. Doch es kam anders. Nun könnte es bei der Wahl im Februar um weit mehr gehen als das Hamburger Rathaus.

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          Kein SPD-Landesverband hat so sehr auf Olaf Scholz und Klara Geywitz als neue Vorsitzende gesetzt wie der der Genossen in Hamburg. Der Landesvorstand hatte die beiden überhaupt erst nominiert. Nicht nur weil Scholz die Partei als Landesvorsitzender und Erster Bürgermeister wieder zur Einheit und zwei Wahltriumphen 2011 und 2015 geführt hat. Sondern weil er zum einen für eine Sozialdemokratie steht, wie sie sich auch in Hamburg präsentiert: pragmatisch, wirtschaftsfreundlich und mit dem unbedingten Willen zu regieren. Und weil die Hamburger SPD sich zum anderen bald in einer Wahl behaupten muss und auf Rückenwind gehofft hat. Nun aber können sie sich nicht einmal mehr sicher sein, ob ihre Landtagswahl am 23. Februar die einzige von Bedeutung sein wird im kommenden Jahr. Oder ob es bald noch um weit mehr gehen könnte als nur das Hamburger Rathaus.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Die Glückwünsche an die beiden designierten Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken aus Hamburg klangen jedenfalls kaum mehr als pflichtschuldig. Die Landesvorsitzende Melanie Leonhard wünschte „viel Kraft für die nun anstehende Aufgabe, die Partei zusammenzuführen und auf einen klugen Weg in eine Zukunft zu leiten, die sowohl der SPD als auch dem Land nützt“. Und Peter Tschentscher, der Nachfolger von Scholz im Rathaus und Spitzenkandidat, äußerte, eine geschlossene und geeinte SPD sei „der Motor für gute Politik und kluges Regieren in unserem Land“. Gemeinsam könnten und wollten Sozialdemokraten Verantwortung übernehmen. Die Betonung darf man sich auf den Worten „Verantwortung“ und „Regieren“ dazudenken.

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