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Hamburg : Wie aus einer Kirche eine Moschee wurde

Es geht auch friedlich: Aus der ehemaligen, lange leerstehenden Kapernaumkirche in Hamburg wird die Moschee der Al-Nour-Gemeinde. Bild: Daniel Pilar

In Hamburg wird eine ehemalige evangelische Kirche zur Moschee umgebaut – und diesmal gibt es keinen Protest. Der Erfolg des Umbaus ist vor allem auf einen Menschen zurückzuführen.

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          Aus dem weiten Meer der einfachen Häuser mit ihren vier oder fünf Etagen ragt ein Turm hervor, den sie hier den Horner Stift nennen. Schmal streckt er sich in den Himmel. Einst war es der Turm der Kirche im Hamburger Arbeiterstadtteil Horn, im Osten der Stadt. Jetzt ist es der Turm der neuen Moschee. Wo einst das Kreuz auf der Spitze des Turms alles in der Nähe überragte, ist heute auf Arabisch „Allah“ zu lesen. Wolfgang Weißbach steht vor der Moschee. Als sie noch eine Kirche war, hat er hier als Pastor gepredigt. Eine Gemeinde betreut, Menschen getauft und verheiratet. Er sagt: „Die Muslime haben diese Kirche als Bauwerk gerettet.“ Und: „Es ist ein Bethaus geblieben.“ Weißbach ist glücklich darüber. Er sagt: „Gott sei Dank geht es weiter.“ In Hamburg passiert etwas Besonderes. Eine ehemalige Landeskirche wird als Moschee eingeweiht. Nach Jahren des Umbaus. Es hätte eine Geschichte werden können der Entfremdung, der Irritationen und Verletzungen. Doch danach sieht es nicht aus. Stattdessen scheint es eine Geschichte der Annäherung zu werden.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Pastor Weißbach hat sich die Schuhe ausgezogen und läuft über den tiefen roten Teppich und durch seine alte Kirche. Er spricht ruhig und lächelt viel, lange schon ist er nicht mehr im Dienst. Er erzählt von dem, was war, und dem, was ist. 1966 hat er hier angefangen, da war die Kirche seit wenigen Jahren erst geweiht. Man hatte sie Kapernaum-Kirche genannt. Weißbach hat ein Foto mitgebracht, wie es hier einst aussah, die langen Stuhlreihen vor dem Altar, die Wände noch dunkler. Geborgen habe er sich gefühlt, umschlossen. „Meine erste Gemeinde, meine erste Liebe, das vergisst man nie“, sagt er. Weißbach erzählt, wie hier nach dem Krieg der Stadtteil wuchs, ein Arbeiterviertel, immer mehr Christen kamen, es waren etwa 25.000, sagt er.

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