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FAZ Plus Artikel Die Grünen und die Braunkohle : Hambacher Frust

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Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Anton Hofreiter besucht im September den Hambacher Forst. Bild: dpa

Im Streit über den Braunkohleabbau schwimmen ausgerechnet die Grünen auf der „Hambi“-Welle mit. Das könnte sich schon bald rächen. Ein Kommentar.

          An diesem Mittwoch tagt die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ im rheinischen Revier. Die Gewerkschaften Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und Verdi haben deshalb zu einer Großkundgebung aufgerufen. Unter dem Motto „Ohne gute Arbeit kein gutes Klima“ wollen mehrere tausend Beschäftigte aus Energiewirtschaft und Industrie ihrem Frust Luft machen. Sie haben sich vorgenommen, die Kommission lautstark an ihre Aufgabe zu erinnern, ein tragfähiges Konzept für den Strukturwandel in den ost- und westdeutschen Revieren zu präsentieren, bevor sie ein Braunkohle-Ausstiegsdatum festlegt. Im rheinischen Revier ist die Angst unter den Bergleuten seit Anfang Oktober ganz konkret geworden: Durch den vom Oberverwaltungsgericht Münster überraschend verhängten vorläufigen Rodungsstopp für den Hambacher Forst könnten die ersten Arbeitsplätze viel früher gefährdet sein als bisher angenommen.

          Die Demonstration der beiden Gewerkschaften lässt sich auch als Versuch einer Gegenbewegung zum „Hambi“-Hype deuten, den Umweltverbände und Baumbesetzer entfacht haben. Sie sehen im Ringen um den kleinen Restforst an der Abbruchkante des Hambacher Tagebaus den Hebel zum sofortigen Braunkohleausstieg, wenn nicht gar zur Rettung des Weltklimas. Deutschland wird jedoch – wie schon bisher mit stetig schrumpfendem Anteil – noch viele Jahre auch auf die Verstromung von Braunkohle angewiesen sein. Unter den Bedingungen der Energiewende, bei der es sich ausweislich eines aktuellen Berichts des Bundesrechnungshofs bisher nicht um ein Erfolgsmodell, sondern um ein gigantisches volkswirtschaftliches Abenteuer handelt, stünden ansonsten Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit in Frage. Diese Faktoren stehen dafür, dass der Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland langfristig gesichert und so das ambitionierte Ziel überhaupt erreichbar bleibt: der Umbau der Energieversorgung zu einem CO2-neutralen System. Dieses sollte obendrein so überzeugend sein, dass andere Länder es schon aus ökonomischer Vernunft nachahmen. Ansonsten wird es nichts mit dem Kampf gegen den globalen Klimawandel.

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          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

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