Haldenwang kandidiert für CDU : Gut für die AfD

Die AfD kann sich darüber freuen, dass ihr Thomas Haldenwang nicht mehr im Nacken sitzt, ihr dafür aber als Wahlhelfer dient.
Als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz muss Haldenwang auf Druck seiner Chefin zurücktreten, nachdem er überraschend seinen Wechsel in die Politik angekündigt hat. Mancher in der teils rechtsextremen AfD hat ihn bisher als verkappten Sozialdemokraten verortet, der als verlängerter linker Arm von SPD-Innenministerin Faeser die Oppositionsfraktion politisch verfolge.
Maaßen übertrumpft
Die AfD dürfte sich nun erst recht in ihrem Verdacht bestätigt sehen, dass Haldenwang sein Amt nicht neutral und überparteilich ausgefüllt, sondern stets seine eigene politische Karriere und Agenda verfolgt habe. Denn an der Seite seines Parteivorsitzenden Merz will er für die CDU in den Bundestag einziehen. Als Mitglied der dann womöglich stärksten Regierungsfraktion, die auch den Innenminister stellen könnte.
Sollte ihm der Sprung in den Bundestag gelingen, hätte er auch seinen Vorgänger Maaßen übertrumpft. Der hatte aus seinem CDU-Parteibuch nie einen Hehl gemacht, war aber rechts ausgeschert und ist nun Chef einer Splitterpartei. Freuen darf sich die AfD auch darüber, dass sie nun vor der Bundestagsneuwahl recht sicher nicht mehr als gesichert rechtsextrem eingestuft wird. Und Haldenwangs Seitenwechsel auch den Verbotsantrag seines Parteifreundes Wanderwitz torpediert.
