https://www.faz.net/-gpf-9kq85

Rumänische Migranten : Warum die Roma aus Toflea nach Hagen zogen

In „Webers Fundgrube“ kommen viele Roma, um zu stöbern. Bild: Frank Röth

Die Hälfte der Einwohner eines rumänischen Dorfes ist ins westfälische Hagen gezogen. Die Leute suchen ein besseres Leben. Doch die Stadt ist überfordert.

          7 Min.

          Der Fernseher ist das Ding. Jeder, der in „Webers Fundgrube“ kommt, will ihn haben. Jeder deutet auf das Gerät und schaut Claudia fragend an. Ihre Antwort ist immer ein kehliges „Neunzich“. Sie lässt einen Kaffee aus der Maschine, stützt den wuchtigen Ellenbogen auf eine Kiste und plaudert mit ihren Stammkunden zwischen dem Kram, der aus Wohnungsauflösungen und Entrümpelungen stammt und für wenig Geld verkauft wird. Dann ringt sich ein Mann durch und legt Claudia zwei Scheine und viele Münzen auf den Tisch. Sie schaut ihm eine Weile zu, und als er aufhört, Geld hervorzukramen, und sie erwartungsvoll ansieht, brüllt sie im Spaß: „Spinnst du? Neunzig, nicht Neunzehn!“

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Sprachbarrieren wie diese gibt es in Hagen-Wehringhausen öfter mal. Denn der Stadtteil gehört zu den zentrumsnahen Wohngebieten, in die Migranten aus Bulgarien und Rumänien ziehen, die Stadt nennt sie „Armutsgürtel“. Nicht einmal ein Drittel der Einwohner Hagens lebt dort, aber 60 Prozent der Bedarfsgemeinschaften – der Menschen, die mit Geld vom Staat unterstützt werden. Unter ihnen sind gut 3000 Rumänen. Insgesamt leben in der Stadt etwa 4500 Rumänen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Freundinnen: Luisa und Sophie wohnen zusammen in Frankfurt. Beide verdienen Geld mit Pornovideos, die sie selbst aufnehmen.

          Studentin in Geldnot : Pornos drehen für den Master

          Luisa besucht eine Hochschule im Rhein-Main-Gebiet und verkauft Sexvideos, um ihr Studium zu finanzieren. Sie sagt, das fühle sich dreckig an. Doch der Geldmangel habe sie dazu getrieben, und andere Nebenjobs sind ihr zu zeitaufwendig.
          Über-60-Jährige konnten sich im Dezember drei Masken gratis aushändigen lassen.

          Zwei Methoden : Wie sich FFP2-Masken wiederverwenden lassen

          FFP2-Masken können korrekt aufgesetzt einen guten Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus bieten. Günstig sind sie aber nicht. Mit Hilfe von zwei Methoden können Privatpersonen sie mehrmals verwenden.