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Grüne aus dem Westen : Habeck: Wir haben die Ostdeutschen vernachlässigt

  • Aktualisiert am

Im Westen mehr Grund zur Freude: Robert Habeck nach der erfolgreichen Landtagswahl in Hessen vergangenen Oktober. Bild: EPA

Lange habe seine westdeutsch geprägte Partei sich nicht genug für den Osten interessiert, sagt Robert Habeck – das gelte auch für ihn selbst. Bundesweit stehen die Grünen in einer aktuellen Umfrage allerdings gut da.

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          Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat eingeräumt, dass sich die westdeutschen Grünen lange kaum für Ostdeutschland interessiert haben. „Wir schauen, wo wir Fehler gemacht haben. Das Interesse vieler West-Grüner für Ostdeutschland war lange nicht besonders ausgeprägt“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wir haben einen Raum freigelassen, in den andere gestoßen sind. Ich empfinde es auch persönlich als Fehler, dass ich mich in den neunziger Jahren nicht besonders für die deutsche Einheit interessiert habe.“

          Habeck sagte, es brauche einen neuen Anlauf, Gemeinsamkeit in Deutschland herzustellen. Er schlug vor, dass der Bund einen Teil der Ost-Fördermittel für neue Forschungseinrichtungen zur Verfügung stellt und das Geld nach einem Ideenwettbewerb vergeben wird.

          Vor allem in Ostdeutschland stehen in diesem Jahr Landtagswahlen an: im Herbst in Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Die Grünen haben es dort bisher nicht leicht. Im Osten lagen sie bei den letzten Landtagswahlen nur zwischen fünf und sechs Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern flogen sie gar aus dem Landtag.

          Aktuelle Zahlen zur Sonntagsfrage

          Bundesweit dagegen stehen die Grünen derzeit nach einer Meinungsumfrage des Forschungsinstituts Emnid bei 18 Prozent. Damit wären sie bei einer Bundestagswahl zweitstärkste Partei hinter CDU/CSU (30 Prozent).

          Die Werte der anderen Parteien in der Umfrage, die für die Zeitung „Bild am Sonntag“  vorgenommen wurde: SPD 15 Prozent, AfD 14 Prozent, Linke 9 Prozent und FDP 8 Prozent. Die sonstigen Parteien kommen auf 6 Prozent. Die Meinungsforscher befragten insgesamt 1.448 repräsentativ ausgewählte Personen.

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