https://www.faz.net/-gpf-9o3nb

Bei der Bundestagswahl : Habeck will an Doppelspitze festhalten

  • Aktualisiert am

Robert Habeck und Annalena Baerbock haben derzeit als Doppelspitze den Bundesvorsitz der Grünen inne – Habeck will an diesem System festhalten. Bild: EPA

Für den Chef der Grünen ist der Teamgedanke das Erfolgsrezept der Partei. Am Wochenende hatte der bayerische Landesvorsitzende Ludwig Hartmann mit Hinblick auf einen möglichen Einzug ins Kanzleramt eine Abkehr vorgeschlagen.

          1 Min.

          Die Grünen wollen bei der nächsten Bundestagswahl abermals mit einer Doppelspitze antreten, selbst wenn die guten Umfragewerte einen Einzug ins Kanzleramt denkbar erscheinen lassen. Die Grünen seien erfolgreich, weil sie „ein neues Verständnis von Macht“ verkörperten – nämlich, „dass nicht Einer der große Zampano ist“, sagte Parteichef Robert Habeck am Montag in Berlin. Er ließ dabei offen, ob die Partei einen Kanzlerkandidaten benennen werde: Diese Frage stelle sich derzeit nicht.

          „Nie gab es weniger Grund, an der Doppelspitze zu zweifeln als jetzt“, sagte Habeck. Das Erfolgsrezept seiner Partei sei der „Teamgedanke“. Nach den anstehenden Landtagswahlen in drei ostdeutschen Ländern werde „rechtzeitig über alle weiteren Schritte entschieden werden“, sagte der Parteichef mit Blick auf die Frage einer Kanzlerkandidatur.

          Mehrere Umfrageinstitute sehen die Grünen derzeit als stärkste Partei – noch vor der Union. Der bayerische Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann hatte deshalb eine Abkehr vom Doppelspitzen-Prinzip vorgeschlagen. „Wenn es die Umfragen weiterhin hergeben, bin ich für eine klare Kanzlerkandidatur und gegen eine Doppelspitze bei der nächsten Bundestagswahl“, sagte er der F.A.S.

          Habeck wertete die beispiellosen Umfragewerte seiner Partei als besondere Verpflichtung. „Wir wissen, dass mit diesem Zuspruch eine jeden Tag wachsende Verantwortung auf uns zukommt“, sagte er. In den Umfragen zeigten sich „Ausschläge nach oben, die den Anspruch an uns nochmal dramatisch erhöhen“.

          Weiter mahnte Habeck seine Partei, „dass wir damit so verantwortungsbewusst umgehen, dass wir daraus eine Kontinuität machen“. Er glaube nicht, dass es sich derzeit nur um einen „Hype oder einen Höhenflug“ handele. Für seine Partei bedeute dies „Arbeit an allen Ecken und Kanten“ – inhaltlich, personell und organisatorisch.

          Aus der derzeitigen Entwicklung zögen die Grünen inhaltlich die Lehre, „dass wir aus dem Zentrum der Gesellschaft politische Angebote formulieren“, sagte der Parteichef. Damit habe seine Partei auch Aussicht auf Erfolge in den ostdeutschen Bundesländern, wo die Grünen bislang vergleichsweise schwach waren: „Wir kriegen eine zweite Chance als Grüne in Ostdeutschland.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Brexit-Deal : Kein Tag der Entscheidung

          Auch Boris Johnson ist nicht immun gegen das, was seiner Vorgängerin Theresa May widerfahren war. Mehr als drei Jahre nach dem Referendum liegt der Austritt des Vereinigten Königreichs weiter im Nebel. Vielleicht kann das bei einem Thema von dieser Bedeutung nicht anders sein.
          Ohne Worte: Die Bayern um Manuel Neuer sind enttäuscht.

          Wildes Spiel in Augsburg : Später Bayern-Schock nach Lewandowski-Rekord

          In der Anfangsphase gibt es für den FC Bayern gleich zwei schlechte Nachrichten: Ein früher Rückstand und ein wohl langer Ausfall von Niklas Süle. Danach sieht es auch dank Lewandowski lange gut aus, ehe in der Nachspielzeit alles noch schlimmer kommt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.