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Robert Habecks Blog : Eine Art Glückskeks der Politik

  • -Aktualisiert am

Robert Habeck Bild: EPA

Auf seinem Blog kann man Robert Habeck beim Denken zuschauen. Hier teilt er seine Meinung mit, schildert Erlebtes. Dabei inszeniert er sich als Verfechter des Glücks.

          4 Min.

          Seit vier Jahren betreibt Robert Habeck einen Blog, darauf schreibt er etwa ein bis drei Einträge im Monat. Als er damit anfing, war er noch stellvertretender Ministerpräsident in Schleswig-Holstein. Er selbst nannte sich gern Draußenminister, zuständig für Energiewende, Landwirtschaft und Umwelt. Das Foto zum Blog zeigt ihn am Schreibtisch sitzend, mit gezücktem Stift über einer Unterschriftenmappe, doch sein Blick schweift hinter der Lesebrille zum Fenster, nach draußen. Was ihm dort begegnet, darüber möchte Habeck berichten. Schreiben kann er zweifellos. Er hat zahlreiche Kinder- und Jugendbücher zusammen mit seiner Frau verfasst – oder sie zusammen mit ihm, wer weiß das schon. Doch in den Büchern kommt er manchmal vom Erzählen ins Erklären. In „Ruf der Wölfe“ etwa sinniert ein Junge über Napoleons Russlandfeldzug oder über den Klimawandel.

          In seinen Blogs muss Habeck nichts konstruieren, hier ist er die Hauptfigur. Das ist manchmal spannend. Der Blog-Eintrag mit der weitesten Verbreitung war sicher Habecks Abschied von Twitter und Facebook im Januar. Damit hatte er auf einen Schlag 50.000 Kontakte weniger und ungezählte Sympathisanten mehr. Auf die Popularität seines Blogs hat sich das allerdings kaum ausgewirkt. Seit Februar kann man ihn abonnieren. Das haben seitdem etwa 3000 Leser getan. Wenn es um Verbreitung geht, ist so ein Blog für einen Spitzenpolitiker ein zeitfressendes Luxusprodukt. Der Luxus besteht in der Selbstdarstellung. Man darf dem Blogger beim Denken zuschauen. Ein bloggender Politiker ist ja schon eine Art Ein-Mann-Denkfabrik.

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