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Guttenbergs Plagiatsaffäre : Kopieren, einfügen, aussitzen

  • Aktualisiert am

Schlusspunkt einer denkwürdigen Affäre: Guttenberg wirft hin Bild: REUTERS

Der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist der Schlusspunkt einer Affäre, die Deutschland über mehr als zwei Wochen in Atem gehalten hat. Ein Überblick.

          Nun also doch: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wirft wegen der Plagiatsaffäre und des immensen öffentlichen Drucks hin und tritt von allen politischen Ämtern zurück. Damit zieht er die Konsequenzen aus einer zweiwöchigen Affäre. Eine Chronologie.

          15. Februar 2011: Die „Süddeutsche Zeitung berichtet vorab über mögliche Plagiate in der Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Die Arbeit „Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU“ wurde 2006 an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth eingereicht. Guttenberg hatte dafür die Bestnote summa cum laude erhalten.

          16. Februar 2011: In der “Süddeutschen Zeitung“ stehen erste Plagiatsbeispiele, die der Bremer Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano festgestellt hat. Guttenberg weist die Vorwürfe noch als „abstrus“ zurück. Er betont: „Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung.“ Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle nennt die Vorwürfe in der Münchner „Abendzeitung“ ebenfalls „absurd“.

          Kurz darauf berichtet FAZ.NET, dass die Einleitung der Doktorarbeit aus einem Artikel in der F.A.Z. abgeschrieben wurde (siehe auch: Guttenberg-Dissertation: Anfang bei F.A.Z. abgeschrieben). Der einleitende Absatz der Arbeit deckt sich fast wortwörtlich mit einem 1997 erschienenen Text der Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig. Noch im Tagesverlauf kommen immer neue Vorwürfe. Guttenberg befindet sich in diesem Moment auf einem Blitzbesuch nach Afghanistan.

          17. Februar 2011: Während Guttenberg die deutschen Truppen in Nordafghanistan besucht, werden in Deutschland fast stündlich neue Plagiatsvorwürfe laut. Erstmals werden Rufe nach einem Rücktritt laut. Im Internet wird Webseite für die Schummel-Recherche eröffnet. Unter „guttenplag-wiki“ (siehe auch: Vorwürfe gegen Guttenberg: Die Stunde der Plagiatssucher) sollen die Vorwürfe gegen den CSU-Politiker gesammelt und bewertet werden. Die Uni Bayreuth gibt Guttenberg 14 Tage Zeit für eine schriftliche Stellungnahme. (siehe auch: Guttenbergs Dissertation: Immer mehr abgekupferte Stellen)

          18. Februar 2011: Erstmals gehen Strafanzeigen gegen Guttenberg wegen der Plagiatsvorwürfe ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt ihrem Minister Unterstützung für den Fall zu, dass er sich zu den Vorwürfen erkläre. In einem eilig einberufenen Pressestatement entschuldigt sich Guttenberg am Mittag für „Fehler“ und erklärt, er werde seinen Doktortitel bis zur Aufklärung durch die Uni Bayreuth nicht führen. Zugleich versichert er erneut: „Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat.“ (siehe auch: Plagiatsvorwürfe: Universität will Erklärung Guttenbergs).

          Zeitgleich erklärt sein Sprecher Steffen Moritz in der Bundespressekonferenz, dass der Minister gerade „vor ausgewählten Journalisten“ eine Erklärung abgibt. Es kommt zu einem Eklat: Die aufgebrachten Journalisten verlassen den Saal - erstmals in der Geschichte der Bundespressekonferenz. Guttenberg entschuldigt sich später für „die Parallelität der Presseunterrichtungen“.

          19. Februar 2011: Die Plagiatsvorwürfe gehen weiter. Guttenberg soll auch aus der Hausarbeit eines Studienanfängers abgeschrieben haben, berichtet die „Berliner Zeitung“. Zudem gibt es abermals Vorwürfe, er habe den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages unberechtigt für seine Arbeit eingespannt. Im einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“ beantwortet der CSU-Politiker die Frage, ob er seit Dienstag einmal an Rücktritt gedacht habe, knapp mit „Unsinn!“.

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