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Über 80 Prozent für Laschet : Die CDU hat Ruh – erst einmal

In der Briefwahl mit gutem Ergebnis bestätigt: der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet am Freitag in Berlin Bild: Reuters

Mit dem guten Briefwahl-Ergebnis für Armin Laschet können alle zufrieden sein, sogar die Anhänger von Friedrich Merz. In ein paar Wochen wird aber schon wieder abgestimmt.

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          Dass die CDU wegen der Corona-Pandemie gezwungen war, ihren Parteitag in digitaler Form abzuhalten, erweist sich immer mehr als ein Segen für die Partei. Mit dem nahezu pannenfreien Verlauf hat sie digitale Kompetenz belegen können. Auch der Zwang, der digitalen Abstimmung eine Briefwahl folgen zu lassen, führte zu keinem Unglück, ganz im Gegenteil.

          Dass nun mehr als achtzig Prozent für Laschet stimmten, ist gut für den neuen Vorsitzenden und gut für die Partei. Dieses sehr respektable Ergebnis zeigt, wie groß der Wille in der CDU ist, den auf allen Seiten ergangenen Aufruf zur Geschlossenheit zu befolgen. Einigkeit ist auch dringend nötig, wenn die Christlichen Demokraten aus den in wenigen Wochen bevorstehenden Landtagswahlen mit guten Ergebnissen hervorgehen wollen.

          Laschet hatte schon in seiner Dankesrede vor einer Woche bekräftigt, dass er die unterschiedlichen Lager in der Partei wieder zusammenführen wolle. Friedrich Merz, der Laschet knapp unterlegen war, hatte zunächst nicht den Eindruck gemacht, dass er die Niederlage gut verkraftet habe. Sein „Angebot“, sofort als Wirtschaftsminister in das Kabinett Merkel einzutreten, war selbst unter seinen Anhängern nicht als Beleg dafür gewertet worden, dass er sich „einbinden“ lassen wolle.

          Danach hatte aber auch Merz die Delegierten dazu aufgerufen, Laschet in der Briefwahl die Stimme zu geben. Das Merz-Lager kann sich nun auf die Schulter klopfen und sagen, dass Laschets gutes Ergebnis auch – und vielleicht sogar vor allem – dem Merz-Appell zu verdanken sei. Diejenigen CDU-Mitglieder, die immer schon Laschet für den geeigneteren Parteivorsitzenden hielten, werden vermutlich eher der Interpretation zuneigen, dass die Reihen um Merz vielleicht doch nicht ganz so fest geschlossen gewesen seien.

          Wie dem auch sei: Die CDU hat Ruh – erst einmal. In ein paar Wochen aber wird schon wieder abgestimmt, in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Mindestens bis dahin sollte der Burgfrieden halten. Und wer weiß: Vielleicht gehen auch diese Wahlen besser aus als gedacht.

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