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Kommentar : Spieglein an der Wand

Selbstbewusst oder übermütig? Jens Spahn (l.) eröffnete die Merkel-Nachfolge-Frage – zur Unzeit. Bild: dpa

Selbsternannte Führungsreserve: Daniel Günther und Jens Spahn wissen schon, wer Angela Merkel nachfolgen könnte. Sie verkünden es zur Unzeit.

          Auf der Suche nach Themen, die dem Wahlkampf doch noch etwas Würze geben könnten, haben zwei Jungstars der CDU etwas gefunden, das wenigstens Journalisten elektrisiert: die Nachfolgefrage. Die beiden Herren grübelten allerdings nicht darüber nach, wer den SPD-Vorsitzenden Schulz beerben könnte, falls er ein desaströses Ergebnis einfahren sollte. Daniel Günther und Jens Spahn sahen vielmehr Anlass, schon einmal öffentlich über die Nach-Merkel-Zeit zu reden, obwohl die Wahl noch gar nicht verloren ist.

          Das Spieglein an der Wand hatte trotzdem beiden schon gesagt, dass die CDU über eine „Führungsreserve“ verfüge, der es jedenfalls an Selbstbewusstsein nicht mangelt. Ist die Offenbarung von so viel Ungeduld sechs Wochen vor einer Wahl, in der das Zugpferd abermals Merkel heißt, aber auch ein Zeichen von politischer Klugheit?

          Sogar die CSU plakatiert in Bayern eine strahlende Kanzlerin, der man weder die Last des Amtes ansieht noch die Sorge, dass nicht der Gegenkandidat, sondern der Übermut in der eigenen Partei zum größten Hindernis auf dem Weg zur Wiederwahl werden könnte.

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