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Gülen-Bewegung in Deutschland : Auf dem Marsch durch die Institutionen

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Der Prediger Fethullah Gülen im selbstgewählten Exil in Pennsylvania im September 2013 Bild: AFP

Die Bewegung des Predigers Gülen kämpft in der Türkei mit Ministerpräsident Erdogan. Auch in Deutschland bemüht sie sich um Einfluss - und das nicht nur in Form des „Bund deutscher Dialoginitiativen“.

          Es war ein glanzvoller Abend Ende November im Tagungszentrum der DZ-Bank hinter dem Brandenburger Tor, im Herzen der Berliner Republik. Roter Teppich, üppiger Blumenschmuck, Limousinenservice, ein Buffet mit türkischen Spezialitäten, kein Alkohol, kein Schweinefleisch. Der „Bund deutscher Dialoginitiativen“ verlieh erstmals seinen „Deutschen Dialogpreis“.

          Die Preisträger waren eine illustre Runde: die damalige Staatsministerin im Auswärtigen Amt Cornelia Pieper (FDP), der katholische Theologieprofessor Karl-Josef Kuschel, der evangelische Pfarrer Jürgen Micksch aus Darmstadt, der einen „Interkulturellen Rat“ ins Leben gerufen hat, der deutsch-türkische Schriftsteller Feridun Zaimoglu sowie der frühere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinden in Baden-Württemberg Meinhard Tenné, der sich in Stuttgart für den interreligiösen Dialog einsetzt.

          Eine Koordinationszentrale der Gülen-Bewegung in Deutschland

          Gäste der Veranstaltung – und zugleich ihre Finanziers – waren türkisch-deutsche Unternehmer, die der Bewegung des muslimischen Predigers Fethullah Gülen nahestehen, sowie Funktionäre der 14 Vereine, die sich im „Bund deutscher Dialoginitiativen“ zusammengeschlossen haben. Dieser Bund ist die Koordinationszentrale der Gülen-Bewegung in Deutschland.

          Dass der Name des Dachverbands keinerlei Hinweis auf die ideologische Herkunft gibt, ist typisch für die Anhänger des muslimischen Predigers Fethullah Gülen. Die Strukturen der Bewegung werden in Deutschland wie in der Türkei geheim gehalten. „Es gibt keine Führung und keine Hierarchie“, behauptet Ercan Karakoyun, von 2005 bis 2013 hauptamtlicher Geschäftsführer des „Forums für interkulturellen Dialog“ (FID) in Berlin und wichtigster Funktionär der Bewegung dort.

          Angesichts der gewaltigen Organisationskraft der Gülen-Bewegung ist das allerdings wenig glaubwürdig. Dass der deutsche Verfassungsschutz nur dann aktiv wird, wenn es eine „eindeutig beweisbare organisatorische Zuordnung“ der vielen Vereine zur Gülen-Bewegung gibt, wird ein Motiv dafür sein, die Organisationsstruktur geheim zu halten. Vieles spricht dafür, dass die Bewegung aus konzentrischen Kreisen besteht, in deren Mitte Gülen mit seinen engsten Vertrauten sitzt.

          „Ohne euch bemerkbar zu machen, müsst ihr immer weiter vorangehen“

          Seit 1999 lebt dieser mit etwa hundert Getreuen im selbstgewählten Exil in Pennsylvania – angeblich aus gesundheitlichen Gründen, vermutlich aber auch, um weiteren Konflikten mit der türkischen Justiz aus dem Wege zu gehen. Immer wieder wurde gegen ihn der Verdacht geäußert, er stifte seine Anhänger an, Justiz, Polizei, Verwaltung und auch das Militär zu unterwandern, um den türkischen Staat im Sinne des Islamismus auszurichten. Für einen Skandal sorgte eine Rede Gülens, die 1999 im türkischen Fernsehkanal ATV ausgestrahlt wurde.

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