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Jürgen Trittin im Interview : „Wir sind noch Friedenspartei“

Jürgen Trittin am Mittwoch in Berlin Bild: Hannes Jung

Der Außenpolitiker der Grünen spricht über seine Zeit bei der Bundeswehr und erläutert, warum es richtig war, die Truppe mit mehr Geld auszustatten. International sieht er sich fest an der Seite der Vereinigten Staaten.

          6 Min.

          Wie finden Sie den Begriff „Streckbetrieb“, Herr Trittin?

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.
          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Das ist ein orwellscher Euphemismus. In Wahrheit ist es eine Laufzeitverlängerung, weil man über den gesetzlich festgelegten 31. Dezember hinaus versucht, Atomkraftwerke (AKWs) zu betreiben, deren Sicherheitsprüfungen seit mehr als drei Jahren überfällig sind.

          Immer mehr Grüne können sich aber mit dem Streckbetrieb anfreunden.

          Man darf die Dinge nicht in einen Topf werfen. Nur weil wir eine Gaskrise haben, haben wir keine Stromkrise. Es geht um regionale Brownouts, nicht Blackouts, also um mögliche Spannungsabfälle im Stromnetz, nicht um dessen Zusammenbruch. Wenn in Bayern wegen der Blockade von Erneuerbaren und Leitungen Brownouts drohen sollten, gibt es dort verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen. Man kann die extra geschaffenen „Seehofer-Kraftwerke“ anwerfen, die jetzt aus Kostengründen nicht genutzt werden. Es geht auch über ein intelligentes Lastmanagement – bis hin zum stundenweisen Runterfahren bei großen Lastnehmern.

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