https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gruenen-politiker-juergen-trittin-im-interview-ueber-die-bundeswehr-18253562.html

Jürgen Trittin im Interview : „Wir sind noch Friedenspartei“

Jürgen Trittin am Mittwoch in Berlin Bild: Hannes Jung

Der Außenpolitiker der Grünen spricht über seine Zeit bei der Bundeswehr und erläutert, warum es richtig war, die Truppe mit mehr Geld auszustatten. International sieht er sich fest an der Seite der Vereinigten Staaten.

          6 Min.

          Wie finden Sie den Begriff „Streckbetrieb“, Herr Trittin?

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.
          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Das ist ein orwellscher Euphemismus. In Wahrheit ist es eine Laufzeitverlängerung, weil man über den gesetzlich festgelegten 31. Dezember hinaus versucht, Atomkraftwerke (AKWs) zu betreiben, deren Sicherheitsprüfungen seit mehr als drei Jahren überfällig sind.

          Immer mehr Grüne können sich aber mit dem Streckbetrieb anfreunden.

          Man darf die Dinge nicht in einen Topf werfen. Nur weil wir eine Gaskrise haben, haben wir keine Stromkrise. Es geht um regionale Brownouts, nicht Blackouts, also um mögliche Spannungsabfälle im Stromnetz, nicht um dessen Zusammenbruch. Wenn in Bayern wegen der Blockade von Erneuerbaren und Leitungen Brownouts drohen sollten, gibt es dort verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen. Man kann die extra geschaffenen „Seehofer-Kraftwerke“ anwerfen, die jetzt aus Kostengründen nicht genutzt werden. Es geht auch über ein intelligentes Lastmanagement – bis hin zum stundenweisen Runterfahren bei großen Lastnehmern.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Test einer ballistischen Interkontinentalrakete im Dezember 2020 am Kosmodrom Plessezk in Russland.

          Ukrainekrieg : Das nukleare Risiko steigt

          Putins Drohungen mit Atomwaffen sollte man sehr ernst nehmen, sie sind ein Problem für die bisherige westliche Strategie im Ukrainekonflikt. Mehr denn je kommt es jetzt auf Geschlossenheit an.
          Hauptgebäude der Leuphana Universität Lüneburg

          „Cancel Culture“ an Unis : Ende einer Treibjagd

          Eine Wirtschaftsjuristin wird an der Universität Lüneburg Opfer einer Rufmord-Kampagne. Der Vorwurf: Transphobie. Die Universitätsleitung schaut zu.
          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.