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Nach Ärger um Tweets : Robert Habeck verlässt Twitter und Facebook

  • Aktualisiert am

Robert Habeck will Twitter und Facebook verlassen. (Archivfoto) Bild: EPA

Der polarisierende Ton in den sozialen Netzwerken färbe auf ihn ab, erklärt der Vorsitzende der Grünen am Montag. Zudem sei Habecks Entschluss auch eine Konsequenz aus dem Datenleak. Einen Account scheint er behalten zu wollen.

          Als Konsequenz aus Ärger um Wahlkampf-Tweets und die Datenleaks verabschiedet sich Grünen-Chef Robert Habeck aus den Online-Netzwerken Twitter und Facebook. Das sagte er am Montag vor Beginn einer Vorstandsklausur der Grünen in Frankfurt (Oder). Twitter sei ein „sehr hartes Medium, wo spaltend und polarisierend geredet wird“, sagte er. Das färbe auch auf ihn ab. Außerdem bedauerte Habeck seine Äußerungen in einem Wahlkampfspot zu Thüringen, in dem er die Demokratie in dem Land indirekt infrage gestellt hatte.

          Zudem seien private Informationen über Twitter verbreitet worden. Da auch Facebookdaten ausgelesen worden seien, werde er auch dort seine Aktivitäten einstellen. Habeck war einer der Hauptbetroffenen des großangelegten Datenleaks, der in der Nacht zum Freitag bekannt geworden war.

          Er sei sich bewusst, dass sein Abschied von den Sozialen Netzwerken ein “politischer Fehler“ sein könnte. Schließlich verliere er so die Reichweite und die Möglichkeit, mit vielen Menschen direkt zu kommunizieren. Auf Twitter folgen Habeck bisher mehr als 48.000 Nutzer, auf Facebook sind es rund Eintausend mehr. „Aber ich weiß, dass es ein größerer Fehler wäre, diesen Schritt nicht zu gehen“, schreibt Habeck in einer Stellungnahme auf der Homepage seiner Partei. Noch sind seine Accounts bei Twitter und Facebook aktiv, der letzte Post ist jeweils die Abschiedsnachricht. Ob er auch seinen Auftritt bei Instagram löschen will, blieb offen: Bisher schrieb er nur „Bye bye, twitter und Facebook“.

          „Ich bin von mir selber entsetzt“ 

          Der Grünen-Chef hatte sich am Vortag mit einem Aufruf zur Unterstützung bei der Landtagswahl in Thüringen Spott und Kritik zugezogen. In einem von den Thüringer Grünen veröffentlichten Video sagte er: „Wir versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land.“ Das sorgte für Irritationen – zumal die Grünen in Thüringen bereits mit in der Regierung sind.

          Vor der bayerischen Landtagswahl im Oktober hatte er gefordert, die CSU-Alleinherrschaft zu beenden, damit man sagen könne: „Endlich gibt es wieder Demokratie in Bayern“. Auch dafür war er heftig kritisiert worden.

          „Ich habe mich gefragt, wie ich den gleichen Fehler zweimal machen kann“, sagte Habeck am Montag. Das sei „einfach nur dämlich“ gewesen. Er habe eine schlaflose Nacht gehabt. „Deswegen werde ich da aussteigen.“ Dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, „radioWelt am Morgen“) sagte Habeck mit Blick auf die Äußerung zu Thüringen: „Ich beiß mir in den Arsch.“ Und: „Ich bin von mir selber entsetzt.“ 

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