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„Sonntagstrend“ : Grüne ziehen in Wählergunst wieder an SPD vorbei

  • Aktualisiert am

Grünen-Chef Robert Habeck Bild: EPA

Die Grünen gewinnen laut einer Umfrage an Zustimmung. Der Linken-Politiker Gregor Gysi sieht 2021 eine realistische Chance auf eine rot-rot-grüne Koalition.

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          Die Grünen haben die SPD einer Umfrage zufolge in der Wählergunst wieder überholt und damit auf Rang zwei hinter der Union abgelöst. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Kantar wöchentlich für „Bild am Sonntag“ erhebt, kommen die Grünen in der abgelaufenen Woche auf 18 Prozent, das sind zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche.

          Die SPD verliert einen Punkt und liegt nur noch bei 16 Prozent. Klar vorn liegt weiterhin die Union mit unverändert 36 Prozent. Die AfD gewinnt einen Punkt hinzu und kommt auf elf Prozent. Die Linke bleibt bei acht Prozent. Die FDP verliert einen Zähler auf sechs Prozent, wäre damit aber weiter über der Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug in den Bundestag.

          Linke sehen Chance auf rot-rot-grüne Koalition

          Der Linken-Politiker Gregor Gysi hält nach der Bundestagswahl ein Links-Bündnis für möglich. „2021 sehe ich das erste Mal die Möglichkeit eines rot-rot-grünen Bündnisses“, sagte der ehemalige Fraktionsvorsitzende und heutige außenpolitische Sprecher seiner Fraktion dem „Tagesspiegel“ vom Sonntag.

          Niemand in der Linken habe ein Interesse daran, die Wirtschaft zu schwächen, sagte Gysi. 90 Prozent der Arbeitsplätze würden in Deutschland vom Mittelstand gestellt. „Wem wir neben Armen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen müssen, das sind die Selbstständigen, die Kleinunternehmen und auch der Mittelstand. Das versuche ich auch immer meiner Linken zu erklären“, meinte Gysi. Und weiter: „Wenn Sie Steuergerechtigkeit in Bezug auf Banken und Konzerne wollen, brauchen Sie das Bündnis mit der Mitte.“

          Ein Bekenntnis der Linken, dass die DDR ein Unrechtsstaat war, lehnte Gysi ab. „Es ist völlig unstrittig, dass es in der DDR staatlich angeordnetes Unrecht gab. Ich bezeichne die DDR aber nicht als Unrechtsstaat. Das hat biografische Gründe“, sagte Gysi. „Ich kann meinen Eltern nicht sagen, ihr habt gegen die Nazis gekämpft, aber dann das Gleiche aufgebaut. Den Begriff hat der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der die Auschwitzprozesse vorangetrieben hat, geprägt – für den Nationalsozialismus, nicht für die DDR, die es damals auch schon gab. Auch Diktaturen können sich unterscheiden.“

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