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Option für alle : Grüne wollen Freiwilligendienste attraktiver machen

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Setzt auf Anreize statt auf Zwang: Grünen-Chef Robert Habeck am Freitag in Hannover zu Besuch bei Rettungskräften Bild: EPA

Mehr Geld, doppelt so viele Plätze - und mittelfristig ein rechtsverbindlicher Anspruch. Grünen-Chef Habeck setzt auf Anreize und kritisiert die Dienstpflicht-Idee der Union.

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          Die Grünen wollen die Freiwilligendienste attraktiver machen, damit sich mehr junge Menschen für ein solches Engagement entscheiden. „Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht von allein“, sagte Parteichef Robert Habeck am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. „Wir müssen ihn pflegen und gute Rahmenbedingungen schaffen“. „Die Förderung von Freiwilligendiensten ist dabei zentral.“

          Es sei „skurril, dass die CDU über eine Dienstpflicht debattiert, während tausende junge Menschen einen Freiwilligendienst absolvieren wollen, aber keine Stelle dafür finden“, sagte Habeck. Durchschnittlich knapp 200 Euro Taschengeld im Monat für einen Freiwilligendienst sei keine angemessene Anerkennung, bemängelte der Grünen-Vorsitzende. Dies verhindere, dass Menschen, „die sich engagieren wollen, es auch können, ohne auf die finanzielle Hilfe ihrer Eltern angewiesen zu sein“. Freiwilliges Engagement dürfe nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

          Nach den Vorstellungen der Grünen sollte jeder die Möglichkeit erhalten, einen Freiwilligendienst zu absolvieren. In einem ersten Schritt solle die Zahl der Plätze verdoppelt werden - um zusätzliche 100.000. Perspektivisch solle das Recht auf einen Platz geschaffen werden. Um das Taschengeld von bislang durchschnittlich 200 Euro auf 400 erhöhen zu können, sollten die entsprechenden Mittel im Bundeshaushalt verdoppelt werden.

          Zudem sollen nach dem Willen der Grünen die Fahrtkosten zur Dienststelle und bei Heimfahrten übernommen werden. Wo keine Unterkunft gestellt wird, soll es einen Zuschlag für ein Zimmer geben. Nach Angaben der Partei gibt es deutlich mehr Bewerber als Plätze: Beim Freiwillen Sozialen Jahr (FSJ) sind es viermal so viele, beim Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) sogar fünfmal so viele.

          In der CDU wird eine Dienstpflicht diskutiert, zudem hatte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) einen neuen Freiwilligendienst bei der Bundeswehr vorgeschlagen.

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