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Klärung der K-Frage : Die Grünen demonstrieren Geschlossenheit

Ein Kanzlerkandidat oder eine Kanzlerkandidatin? Die Grünen-Ko-Vorsitzenden Robert Habeck (rechts) und Annalena Baerbock kommen im August in Berlin zur Klausurtagung des Bundesvorstandes der Grünen. Bild: dpa

Annalena Baerbock oder Robert Habeck? Der Bundesvorstand der Grünen will die K-Frage am 19. April beantworten – und setzt sich mit diesem geräuschlosen Vorgehen vom Schlagabtausch in der Union ab.

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          Die Grünen und die Union hatten sich denselben Zeitplan gesetzt: Zwischen Ostern und Pfingsten sollte über die Person des Spitzenkandidaten entschieden werden. In der Union wurde der Schlagabtausch zwischen dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder zunehmend schmutzig, es ging hin und her, ob der Termin eher näher an Ostern oder eher näher an Pfingsten liegen sollte.

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Bei den Grünen ging es viel geräuschloser zu. Die Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck präsentierten sich nach wie vor als das harmonische Führungsduo, das die entscheidende Frage unter sich ausmacht. Am zweiten Werktag nach Ostern war es dann so weit. Der Bundesgeschäftsführer Michael Kellner teilte dem Parteirat und den Landesvorsitzenden mit, dass die K-Frage am 19. April beantwortet werde.

          „Wir wollen das Land in die Zukunft führen“

          „Ich freue mich auf den Wahlkampf mit Euch. Lasst uns gemeinsam unser Land erneuern!“ schrieb Kellner an den Parteirat und die Landesvorsitzenden. „Wir wollen das Land in die Zukunft führen. Darum kämpfen wir für das historisch beste grüne Ergebnis aller Zeiten und die Führung der nächsten Bundesregierung“, heißt es weiter in dem Schreiben, das der F.A.Z. vorliegt.

          Die Kandidatenkür am 19. April, die in einer Online-Veranstaltung erfolgen soll, ist formal nur ein Vorschlag für die Bundesdelegiertenkonferenz von 11. bis 13. Juni. Allerdings gilt es als sicher, dass der grüne Parteitag sich dem Votum des Bundesvorstands anschließt. 

          Die Grünen, die in ihren Anfängen sogar ihre Fraktionssitzungen für die Presse öffneten und auch später jeden Streit nach außen trugen, haben unter Baerbock und Habeck die Disziplin gelernt. Man kann zwanzig oder dreißig Grüne fragen, aus der ersten, zweiten oder dritten Reihe und bekommt immer die gleiche Antwort: Die Frage werde unter den beiden Vorsitzenden ausgemacht und bekanntgegeben, sobald die Bäume grün würden.

          In der Vergangenheit wurden bei den Grünen wichtige Fragen per Urwahl entschieden, die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 etwa. Doch das grüne Spitzenduo hat die Frage, was „führen von vorne“ bedeutet, für die Grünen neu definiert: Sie entscheiden zu zweit und in der Partei stört sich noch nicht einmal jemand daran. In der Union kann man hinter vorgehaltener Hand hören, dass es durchaus Neid gibt auf das professionelle Vorgehen trotz der mangelnden Erfahrung.

          In seiner Mitteilung schreibt Kellner, dass Baerbock und Habeck „als Spitzenduo mit einer/einem der beiden als Kanzlerkandidatin/Kanzlerkandidat in den Bundeswahlkampf“ ziehen wollten. Die derzeitige Stärke der Grünen speist sich nicht nur aus der Geschlossenheit der Partei, sondern auch daraus, dass die beiden Parteivorsitzenden sich gut ergänzen.

          Weniger Angriffsfläche im Duo

          Im Duo bildeten sie weniger Angriffsfläche. Denn wenn Habeck sich mal wieder verhaspelte oder in einer Fachfrage nicht trittsicher war, stiegen in der öffentlichen Meinung Baerbocks Chancen. Wenn Baerbock wie etwa beim politischen Aschermittwoch eine schlechte Rede hielt, war es umgekehrt.

          Künftig werden die Medien und die Öffentlichkeit bei der einen Person an der Spitze noch sehr viel genauer hinschauen. Dann ist es durchaus möglich, dass es bei den Umfragen, die zuletzt konstant über 20 Prozent lagen, einen Kassensturz gibt.

          In jedem Fall steht ein harter Kampf bevor. Die Zeit ist vorbei, in der die Kanzlerambitionen der Grünen belächelt wurden und es schon als großer PR-Erfolg galt, dass die Worte Baerbock, Habeck und Kanzleramt überhaupt in einem Satz genannt wurden. Die Union hat die Grünen zum Hauptgegner erklärt. Künftig ist das eine Person.

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