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Grüne als Machtpartei : Kalkuliert, kontrolliert und manchmal sogar ziemlich dreist

Wir sind viele, wir sind laut: Die Grünen-Spitzenpolitiker Baerbock, Giegold, Keller und Habeck (mitte) bei einer Veranstaltung vor der Europawahl Bild: EPA

Die Grünen waren mal eine Partei, die mit Macht nicht viel anfangen konnte. Das ist lange vorbei, ihr Weg könnte ins Kanzleramt führen. Das liegt auch daran, dass die Grünen Meister der Kommunikation sind.

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          Der neue Regionalbus der Linie X93 ist mit einer Schleife geschmückt. Der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann steigt auf dem Göppinger Bahnhofsvorplatz ein. Es ist ein klimafreundliches Hybrid-Modell für 220.000 Euro. An jedem Sitzplatz leuchtet eine blaue USB-Buchse, die Sitze schwarz-gelb mit Stauferlöwen. „Ohne solche USB-Anschlüsse geht es heute nicht mehr, ist ja klar“, sagt der Minister. Der Schnellbus soll dort verkehren, wo zwischen 1912 und 1984 eine Bahnlinie existierte, zwischen Göppingen und Lorch. Er schafft damit eine Verbindung zwischen zwei Hauptbahnlinien. Das erklärte Ziel der Grünen ist es, solche Verbindungen wieder zu ertüchtigen.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Vor dem Bus steht der Göppinger Landrat Edgar Wolff von den Freien Wählern. Als die Grünen 2011 im Südwesten die Macht übernahmen und mit Winfried Kretschmann erstmals den Ministerpräsidenten stellten, hatten sie vor kaum etwas mehr Angst als vor den konservativen Landräten und deren Einfluss auf die Landbevölkerung. Doch Landrat Wolff hält eine Rede, die auch aus dem grünen Programm zur Verkehrswende abgeschrieben worden sein könnte. „Unser Wunsch ist es“, sagt Wolff, „dass viele Bürger diese neuen Verkehrsangebote nutzen, dass wir umweltfreundlicher und nachhaltiger werden und weniger Individualverkehr bekommen.“ Hermanns Mitarbeiter aus dem Ministerium freuen sich: „Da muss der Minister ja nicht mehr viel sagen.“

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