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Grüne in Rheinland-Pfalz : Mit einer Beförderung eine Beförderungsaffäre lösen

  • -Aktualisiert am

Sie wusste von nichts, sagt ihr Ministerium: Das von der Grünen Anne Spiegel gefürhet Umweltministerium in Rheinland-Pfalz hat per Microtargeting auf Facebook gezielt Grünen-Sympathisanten umworben. Bild: dpa

Die Spitzenkandidatin der Grünen in Rheinland-Pfalz, Anne Spiegel, übernimmt das Umweltressort – dabei hat sie selbst womöglich mit den Folgen der Beförderungsaffäre zu kämpfen.

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          Kürzlich führte Anne Spiegel, die Spitzenkandidatin der Grünen für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im kommenden Jahr, eine digitale Wahlkampfveranstaltung durch. „Town Hall Meeting“ nennen das die Grünen. Spiegel traf digital einen Parteifreund aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis. Der saß schlecht ausgeleuchtet am unteren Bildschirmrand und war kaum zu verstehen. Die Veranstaltung wurde auf mehreren Kanälen übertragen, auf Youtube war diese Zeitung, zumindest zu Beginn, der einzige Zuschauer. Der digitale Wahlkampf hat seine Tücken. Noch dazu, wenn man, wie Spiegel, als Familien- und Integrationsministerin nur über ein Ressort verfügt, das wenig Aufmerksamkeit erhält und die Größe einer Abteilung des Landesinnenministeriums hat.

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Das Problem wenigstens ist Spiegel nun los. Am Freitag gab sie zusammen mit der Partei- und Fraktionsführung der Grünen bekannt, dass sie von Januar an zusätzlich das ungleich größere und prestigeträchtigere Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten übernimmt. Auf den ersten Blick haben die Grünen damit mehrere Probleme gelöst. Spiegel bekommt mehr Aufmerksamkeit und kann das Kernthema ihrer Partei besser ausspielen. Zugleich wurde Ersatz für Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) geschaffen, ohne jemanden auf einen Posten zu setzen, der womöglich bald weg ist.

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