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Grüne in der Corona-Krise : Wieder Normalmaß

  • -Aktualisiert am

Digitaler Parteitag mit Masken: Das Grünen-Führungsduo Robert Habeck und Annalena Baerbock Bild: dpa

Vom Höhenflug in den Umfragen zum Sinken in der Wählergunst waren es nur wenige Corona-Wochen. Die Grünen stehen im Schatten der Krisenkanzlerin. Auch weil sie ihren Kurs mittragen.

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          Ewig her scheinen die Zeiten, in denen die Grünen mit ihren (damaligen) Publikumslieblingen Robert Habeck und Annalena Baerbock den Unionsparteien in Umfragen im Nacken saßen und die SPD weit hinter sich ließen. Doch das Coronavirus hat die kleinste Oppositionspartei fast wieder auf Normalmaß gestutzt, während CDU und CSU mit ihrem in der Krise – nach Auffassung der Mehrheit der Deutschen – überzeugenden Spitzenduo Merkel/Söder auf dem Weg zu früheren Volksparteihöhen sind.

          Da können die Grünen sich jetzt immerhin über einen kleinen Erfolg freuen. Vor der Konkurrenz haben sie es geschafft, einen den Corona-Umständen geschuldeten virtuellen kleinen Parteitag abzuhalten. Das war es dann aber schon.

          Denn das Video-Treffen offenbarte das Dilemma der Grünen in der Krise. Sie finden im Grundsatz, dass die Kanzlerin und ihre Regierung fast alles richtig gemacht haben. Vom Kurs der Lindner- und Kubicki-FDP, ganz zu schweigen vom Verschwörungsgeraune der AfD heben sich die Grünen maximal ab.

          Wie sehr die Partei das vorsichtig tastende Agieren Merkels bei der Lockerung der Corona-Maßnahmen unterstützt, legte ihr Oberrealo Kretschmann offen. Mit seiner Warnung, man bewege sich bei der Bekämpfung des Virus auf „dünnem Eis“, übernahm er die Wortwahl der Kanzlerin. Als kraftvolle Oppositionspartei werden die Grünen so nicht wahrgenommen – aber wie vor der Krise als möglicher neuer Juniorpartner der Union.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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