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Dreistelliger Milliardenbetrag : Grüne fordern nationalen Klimafonds

  • Aktualisiert am

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt Bild: dpa

Die Klimakrise kommt Deutschlands teurer zu stehen als die Wiedervereinigung, sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende. Und erklärt, warum Eile geboten sei.

          Die Grünen wollen die deutsche Klimapolitik aus einem staatlichen Fonds und nicht mehr aus dem regulären Haushalt finanzieren. „Wir stehen mit der Klimakrise vor einer Generationenaufgabe. Im Vergleich zur deutschen Einheit sogar noch größer, weil wir weniger Zeit haben und schneller massive Investitionen brauchen“, sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, der „Bild am Sonntag“.

          Das sei nicht einfach nebenbei aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. „Wir wollen deshalb einen Klimafonds, aus dem alle nationalen Klimaprojekte finanziert werden.“ In den kommenden Wochen werde die Fraktion ein Finanzierungskonzept vorlegen.

          Ob der Klimafonds sich rein über neue Schulden oder auch über Abgaben und Steuererhöhungen finanzieren soll, ließ Göring-Eckardt dem Bericht zufolge offen. Zum Finanzbedarf verwies sie auf Schätzungen von Klimaforschern, wonach Investitionen in klimafreundliche Infrastruktur und Maßnahmen gegen die unabwendbaren Folgen des schon erfolgten Klimawandels einen dreistelligen Milliardenbetrag kosten würden.

          Das gehe von neuen Stromleitungen über höhere Dämme gegen die Sturmfluten bis hin zur Umforstung der Wälder. „Der Staat müsste weitaus mehr Geld ausgeben, wenn wir jetzt nichts tun“, mahnte Göring-Eckardt.

          Sie sagte auch: „Klar ist: Die Klimakosten müssen künftig gebündelt werden – vom Bau über Umwelt und Wirtschaft bis hin zum Verkehr. Wir müssen transparent machen, was die Kosten sind, wenn wir nichts tun, und wie wir die Vorbeugung finanzieren.“

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