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Kampf gegen die Pandemie : Grüne fordern bessere Förderung der Corona-Forschung

Unter Hochdruck: Marburger Wissenschaftler forschen am Forschungszentrum DRUID an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Bild: Helmut Fricke

320 Millionen Euro soll Deutschland in die Suche nach einem Corona-Medikament stecken. Die Forschung findet in einem internationalen Verbund statt. Die Ergebnisse müssen allen zur Verfügung stehen.

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          Der Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 wird frühestens Ende des Jahres oder im Frühjahr 2021 verfügbar sein. Bis dahin muss sich die Medizin mit Medikamenten begnügen, die bei ähnlichen Viren Wirkung gezeigt haben. Das sind bekannte Wirkstoffe gegen Ebola, HIV oder Malaria. Um möglichst rasch herauszufinden, welche Medikamente am besten gegen eine akute Corona-Infektion wirken und welche gravierenden Nebenwirkungen sie möglicherweise zeigen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die großangelegte Studie „Solidarity“ mit 70 Ländern aufgelegt, an der sich nun auch Deutschland beteiligt.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Das hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Donnerstag angekündigt. Das Bundesbildungsministerium (BMBF) stellt dafür 1,5 Millionen Euro bereit. Koordiniert werden soll sie vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung und dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung. Sowohl der Heidelberger Virologe Hans-Georg Kräusslich, der auch Sprecher des Deutschen Zentrums für Infektiologie ist, als auch die Gießener Infektiologin und Lungenspezialistin Susanne Herold hoben hervor, dass es sich um eine adaptive Studie mit Kontrollgruppen handele. Wenn sich die Therapie mit einem Medikament als wenig erfolgversprechend zeige, könne die Forschung jederzeit angepasst werden.

          Bundesforschungsministerium soll an die internationale Spitze

          Gleichzeitig hat der Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule der Grünen, Kai Gehring, das Ministerium aufgefordert, noch viel beherzter bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten zu sein. Schließlich könne sich auch ein „verantwortungsvolles Exit-Szenario aus den Kontaktbeschränkungen“ nur auf wissenschaftlicher Grundlage entwickeln. „Die internationale Forschungskoalition CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) beziffert die Entwicklungskosten eines Impfstoffes auf rund 1,8 Milliarden Euro“, deshalb müsse sich das BMBF an die Spitze der internationalen Bewegung setzen und mehr investieren.

          In einem Papier, das Gehring initiiert hat und das auch die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Katja Dörner, die Berichterstatterin im Haushaltsausschuss für Wissenschaft und Forschung, Ekin Deligöz, und andere mittragen, wird das Forschungsministerium aufgefordert, seinen Beitrag zur Impfstoffforschung für CEPI auf mindestens 320 Millionen Euro aufzustocken. Nach aktuellem Stand haben sich nur Großbritannien mit 280 Millionen Euro, Kanada mit 26 Millionen Euro und Norwegen mit drei Millionen Euro beteiligt, Deutschland hat 140 Millionen Euro zugesagt.

          Wenn Forschung von öffentlichen Geldgebern finanziert werde, „müssen auch ihre Forschungsergebnisse allen Menschen zugänglich gemacht werden. Eine exklusive Nutzung solcher Forschungsergebnisse in einzelnen Staaten“ müsse ausgeschlossen sein. Bei der Medikamentenforschung müssten die derzeitigen Fördermittel von derzeit 15 Millionen auf mindestens 30 Millionen verdoppelt werden, fordern die Grünen in ihrem Papier „Covid-19 bekämpfen – Gesundheitsforschung nachhaltig stärken“, das der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt.

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