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Neues „Politbarometer“ : Grüne erstmals gleichauf mit SPD

  • Aktualisiert am

Keine Mehrheit: Die große Koalition könnte laut aktueller Umfragen nicht weiterregieren Bild: EPA

Die SPD und die Unionsparteien sinken nach der Causa Maaßen beide auf Rekordtiefs. Die Sozialdemokraten haben nur noch einen Prozentpunkt Vorsprung vor der AfD. Die Grünen profitieren von diesen Verlusten.

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          Die Grünen sind erstmals im ZDF-„Politbarometer“ zweitstärkste Kraft geworden. Sie legten in der am Freitag veröffentlichten Umfrage um einen Prozentpunkt auf 17 Prozent zu und liegen nun gleichauf mit der SPD. Die Sozialdemokraten stürzten damit nach der Regierungskrise um den Fall Maaßen auf ein neues Rekordtief – ebenso wie auch die Unionsparteien, die nur noch 28 Prozent erreichen.

          Für die CDU/CSU bedeutet dies einen Verlust um zwei Prozentpunkte, für die SPD um drei Punkte. Die AfD liegt bei 16 Prozent (plus eins), die Linke bei zehn Prozent (plus zwei) und die FDP bei acht Prozent (plus eins). Eine Koalition aus Union und SPD hätte damit keine Mehrheit mehr. Möglich wäre eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen oder ein Bündnis von Union und SPD plus Grüne oder FDP.

          Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung rutschte der Umfrage zufolge weiter in den Negativbereich. Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf erhielt sie einen Durchschnittswert von minus 0,4. Besonders schlecht wird die Arbeit von Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer bewertet. 28 Prozent gaben an, er mache seine Arbeit gut, 68 Prozent halten sie für schlecht. Auch bei den Unionsanhängern sind die Zahlen für Seehofer kaum besser. Nur 31 Prozent halten seine Arbeit für gut, 67 Prozent für schlecht.

          Die am vergangenen Wochenende im zweiten Anlauf gefundene Einigung zwischen den Koalitionsparteien, den bisherigen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen abzulösen und zu einem Sonderbeauftragen im Bundesinnenministerium zu machen, stuften nur 23 Prozent der Befragten als eine gute Lösung ein, 70 Prozent dagegen als eine schlechte Lösung. Dabei gaben 55 Prozent Seehofer die Hauptschuld an der Krise, 13 beziehungsweise zwölf Prozent sehen die Hauptverantwortung bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) oder bei SPD-Chefin Andrea Nahles.

          Die Werte für die Arbeit von Nahles sind geteilt: 46 Prozent gaben an, sie mache eine eher gute Arbeit, 44 Prozent halten diese für eher schlecht. Bei den SPD-Anhängern hat Nahles weiterhin starken Rückhalt. Hier äußerten sich 61 Prozent über sie positiv, 34 Prozent negativ.

          Im Ranking der wichtigsten Politiker verlieren viele von ihnen abermals an Ansehen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) kann sich allerdings mit unverändert 1,8 Punkten auf der Skala von plus fünf bis minus fünf auf dem ersten Platz behaupten. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) verliert zwar 0,3 Punkte auf 0,9, kann sich aber gleichwohl an Merkel vorbei auf den zweiten Platz schieben. Die Kanzlerin erreicht nur noch 0,7 Punkte (minus 0,5). Es folgen der FDP-Vorsitzende Christian Lindner mit 0,4 (plus 0,1) vor Außenminister Heiko Maas mit 0,3 (minus 0,5).

          Im Negativbereich befinden sich Nahles mit -0,1 (minus 0,3) und der wieder neu in das Ranking aufgenommene bayerische Ministerpräsident Markus Söder mit -0,8. Schlusslicht ist Seehofer mit seinem bisher schlechtesten Wert. Er kommt nur noch auf -1,5, ein Verlust um 0,6 Punkte.

          Für die Erhebung befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1260 Wahlberechtigte am Telefon. Der Fehlerbereich beträgt bei der sogenannten Sonntagsfrage bis zu drei Prozentpunkte.

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