https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gruender-der-initiative-querdenken-711-ueber-reichsflaggen-16934259.html

Initiative „Querdenken 711“ : „Die ein oder andere Reichsfahne war zu sehen“

  • Aktualisiert am

Michael Ballweg, Initiator der Initiative „Querdenken 711“ Bild: dpa

Distanziert sich die Stuttgarter Initiative „Querdenken 711“ nicht genug von Rechtsextremen? Initiator Michael Ballweg widerspricht dem Vorwurf. Seinen Pressesprecher verteidigt er.

          1 Min.

          Nach den Berliner Protesten gegen die Corona-Maßnahmen hat sich der Organisator der Initiative „Querdenken 711“ gegen Vorwürfe gewehrt, dass die Bewegung nicht auf Distanz zu Rechtsextremen gehe. Die „ein oder andere“ Reichsflagge sei zwar auf ihrer Veranstaltung am Samstag zu sehen gewesen, sagte Michael Ballweg dem Deutschlandfunk. Man habe aber die Träger der Fahnen gebeten, die Kundgebung zu verlassen. Die Flaggen seien in Berlin verteilt worden, viele hätten gar nicht gewusst, welche Bedeutung sie haben. Die Bilder der Reichsflaggen vor dem Reichstagsgebäude hätten ihn „schockiert“. In einem RBB-Interview hatte Ballweg am Dienstagabend die Kritik zurückgewiesen, während der Demonstration am Samstag seien auch viele Rechtsextremisten und sogenannte Reichsbürger gewesen. „Ich habe keine Rechtsextremen gesehen.“

          Angesprochen auf seinen Pressesprecher Stephan Bergmann, der die Reichsbürgerthese vertrete, dass Deutschland kein souveräner Staat sei, sagte Ballweg dem Deutschlandfunk: „Der Herr Bergmann darf ja auch noch seine private Meinung haben.“ Er werde aber noch einmal diesbezüglich das Gespräch mit ihm suchen. Dass ein Interview mit dem ehemaligen deutschen Fußballweltmeister Thomas Berthold, der Teil von „Querdenken“ ist, im vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuften Verschwörungsmagazin „Compact“ erschienen ist, findet Ballweg nicht problematisch. Berthold sei „ein freier Mann“; wem er ein Interview gibt, müsse er selbst entscheiden.

          Die Stuttgarter Initiative „Querdenken 711“ will abermals am 3. Oktober, am Tag der Deutschen Einheit, gegen die Corona-Politik demonstrieren. Diesmal in Konstanz. Eine Demonstration in Berlin sei nicht geplant, sagte Organisator Ballweg dem Deutschlandfunk.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Anshu Jain war eine so leidenschaftliche wie umstrittene Führungsfigur.

          Zum Tode Anshu Jains : Ein Treiber und Getriebener

          Als Co-Vorstandsvorsitzender verkörperte Anshu Jain über viele Jahre das Investmentbanking einer Deutschen Bank, die mit den amerikanischen Riesen der Branche wetteifern wollte. Nun ist er mit 59 Jahren gestorben.
          Videokonferenz zwischen Joe Biden und Xi Jinping im November 2021.

          China und Amerika : Ist ein Krieg noch zu vermeiden?

          Ob und wie sich der Wettkampf der Systeme kontrollieren lässt, wird öffentlich bislang kaum debattiert. Der Weckruf des ehemaligen australischen Premierministers Kevin Rudd ist angesichts der Taiwankrise aktuell wie nie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.