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Groko-Verhandlungen : Merkels Schlussverkauf

Wer ist hier der Sieger – und wer der Verlierer – der Koalitionsverhandlungen? Angela Merkel, Martin Schulz am Mittwoch in Berlin Bild: dpa

Die SPD hat die Koalitionsverhandlungen gewonnen, die CSU ist zweiter Sieger. Die CDU bekommt die Reste. Doch noch steht der Erfolg der Sozialdemokraten auf wackligen Beinen.

          8 Min.

          Man merkt es den Dreien an, dass lange Verhandlungen keine Seltenheit in ihrem Berufsleben sind. Angela Merkel, Martin Schulz und Horst Seehofer sehen am Montagnachmittag gegen 15 Uhr schon wieder einigermaßen frisch aus, jedenfalls dafür, dass sie die ganze Nacht miteinander gerungen hatten, um eine Grundlage für eine dritte große Koalition unter Merkels Führung zustande zu bekommen. Die Rollen, die die drei Parteien in einem solchen Bündnis haben dürften, werden in dem etwa halbstündigen Auftritt im Konrad-Adenauer-Haus schon deutlich.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.
          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Merkel – grünes Jackett über schwarzem Oberteil – steht in der Mitte. Sie gibt gleich unumwunden zu, dass die Verhandlungen nicht leicht gewesen seien und – mit einem Blick zum SPD-Vorsitzenden Martin Schulz – dass das den anderen sicher auch so gegangen sei. Während Merkel sich um einen vermittelnden Gesichtsausdruck bemüht, schaut Schulz grimmig und weist sofort darauf hin, dass das Verhandlungsergebnis „in einem großen Maße“ eine sozialdemokratische Handschrift trage. Der CSU-Vorsitzende kontert umgehend. Die Bewertung, welche Handschrift die Resultate trügen, „lieber Martin“, spare er sich auf bis zum politischen Aschermittwoch, sagt Seehofer. Heute sei er nicht ausgeschlafen genug dazu. Merkel präsentiert sich als Vermittlerin, die im Zweifelsfall bereit ist, ihren Partnern zuliebe etwas abzugeben, solange die nur ihre Führungsrolle anerkennen.

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